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Videoüberwachung

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Immer häufiger steht die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen im Rampenlicht. Gerade der private Bereich erfährt immer mehr Aufmerksamkeit aus Angst vor Diebstahl, Einbruch und Vandalismus. Eine abschreckende und zum Teil auch bei der Aufklärung hilfreiche Maßnahme ist die Implementierung einer Videoüberwachungsanlage. Allein das Sicherheitsgefühl ist für viele Privatanwender und Firmen der ausschlaggebende Impuls.

Eine Videoüberwachung kann in der Regel überall realisiert werden. Einfache Videoüberwachungsanlagen bestehen aus einer Kamera und einem Monitor (z.B. als Babywächter im Privathaushalt oder als Eingangsüberwachung in Geschäften). Solche „einfachen“ Anlagen reichen oftmals nicht aus, um die Sicherheit und den Schutz des Eigentums zu gewährleisten. Daher kann neben Kameras und Monitoren ein Rekorder oder ein Computer mit entsprechender PC-Schnittstellenkarte eingesetzt werden. Dieses ermöglicht eine nachhaltige Überwachung oder Prüfung der Geschehnisse.

Da nicht jede Videoüberwachung über ein Kabel aufgebaut werden kann, stehen zur kabellosen Übertragung die Funksysteme GSM, WLAN und 2,4GHz zur Verfügung.

Neueste Entwicklungen sind Überwachungskameras mit integrierten digitalen Videorekordern (DVR) und Überwachungskameras mit PTZ-Steuerung.


Kamera mit Infrarot-LEDs

Aufnahmegeräte

Digitalrekorder

Digital Video Recorder (DVR) sind Geräte zum Aufzeichnen und Wiedergeben von elektrischen Signalen. Rekorder können dabei mit bis zu 16 Kameraeingängen ausgestattet sein und können mit 8,89cm (3½ Zoll) Festplatten bestückt werden. Je größer die Kapazität der eingebauten Festplatte ist, desto länger kann der Rekorder die Videosignale aufzeichnen. Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale der meisten Rekorder hier in der Übersicht:

Rekorder mit SD-Karte
  • Mind. 4 Eingangs-Kanäle
  • HDD-Wechselrahmen zum schnellen Austausch der Festplatte
  • Datenanschluss, z.B. USB
  • Bewegungserkennung
  • M-JPEG Speicherformat
  • Mind. 100 Bilder pro Sekunde (gesamt)
  • USB-Port zur Auslagerung der Daten
  • Monitoranschluss mit Vollbild / 4-Kanalbild
  • Schneller Bild-Suchlauf
  • Vollbildsuchfunktion zur besseren Sichtung
  • Mind. 4 Sensoreingänge / 1 Ausgang
  • 500 GB SATA-Festplatten (oder höher)


Die meisten Rekorder besitzen zudem verschiedene Eingänge für z.B. Bewegungsmelder, Glasbruchsensoren, Magnetkontakte etc. und verschiedene Ausgänge für die Signalweitergabe an Alarmgeber oder Alarmanlagen, die für den Nutzer einen erhöhten bis maximalen Schutz zur Verfügung stellen können. Bei entsprechender Einrichtung können zuvor aufgesprochene Benachrichtigungen über ein Telefonwählgerät an ein Handy oder an eine andere Institution (Polizei, Sicherheitsdienst etc.), versendet werden. Ist ein Internetanschluß vorhanden oder ein Firmen-Netzwerk eingerichtet, können die erfassten Überwachungsdaten bei entsprechender Konfiguration über das Netzwerk von einem entfernten Computer übernommen werden. Auch die Konfiguration des Rekorders oder die Steuerung einer geeigneten, beweglichen Kamera sind über das Netzwerk oder Internet realisierbar. Für den Zugriff aus dem Internet muss entweder eine feste IP-Adresse vorhanden sein oder die dynamisch vergebene (wechselnde) IP-Adresse mittels eines DynDNS-Dienstes einem bestimmten Domainnamen zugewiesen werden.


Computer

Der Einsatz eines Computers ermöglicht dem Nutzer eine dezentrale Überwachung über ein Netzwerk. Wie auch beim Digitalrekorder haben die Videoschnittstellenkarten, die in einen Computer eingesetzt werden können, verschiedene Ausstattungsmerkmale und Anschlussmöglichkeiten, wie z.B.:

Video-Schnittstellenkarte mit 4 Anschlüssen
  • Mind. 4-Kanal Video-Eingang
  • Maximal 25fps (PAL) und 30fps (NTSC) für die angeschlossenen Kameras
  • Anzeigemodi: 1/4/6/8/13/16 (je nach Anz. der Eingänge)
  • Multi-Alarm Triggerung: Sensor, Bewegung, Bildverlust und Speichermangel HDD
  • unterstützt programmierte Aufnahme
  • MPEG4 Video-Kompression: Bildfrequenzen von 1 bis 30 fps
  • Multikanal Wiedergabe
  • Suchfunktion gemäß Zeit/Datum und Ereignis
  • fokussieren, festhalten, speichern, drucken
  • Fernüberwachung und PTZ-Kontrolle über Webbrowser
  • Fernwiedergabe
  • Automatische Meldung per E-Mail: sendet E-Mail vom Bild, das von jeder Kamera wahrgenommen wurde


Auch die Videoschnittstellenkarten in einem Computer stellen durch ihre Ein- und Ausgänge ähnliche Funktionen wie die Rekorder bereit.


Kameras

Funkübertragung

Die modernen Kameras können heutzutage mit verschiedenen Funksystemen ausgestattet werden. Der Bedarf wird je nach Gegebenheiten oder technischer Möglichkeiten auf das Projekt abgestimmt. Für den Einsatz einer Kamera im Außenbereich ist darauf zu achten, dass die Schutzart ausreichend angepasst ist. Sie sollte in der Lage sein, Wettereinflüssen zu trotzen.



GSM

Die optimale Sicherheitsquelle für ein Ferienhaus, ein Boot, eine Blockhütte im Wald oder einfach überall dort, wo keine Steckdose zu Verfügung steht. Die GSM-Kamera hat einen mitgelieferten eingebauten Akku, der nicht von dem Strom aus der Steckdose abhängig ist. Die Programmierung der GSM-Kamera erfolgt über Short Message Service (SMS). Damit ist nur der Nutzer selbst für die Steuerung und Programmierung der Kamera verantwortlich. Durch die GSM-Überwachung werden Meldungen, bei entsprechender Ausstattung der Kamera und des Handys, als SMS übertragen. Die SMS kann sowohl auf das Handy, als auch per E-Mail versandt werden. Folgende Ausstattungsmöglichkeiten könnten von den Kameraherstellern eingebaut sein:


  • Alarmbilder auf jedes Handy oder als Mail senden
  • PIR Melder
  • Auflösung mind. 640 x 480 bei VGA
  • Bewegungserkennung
  • IR LED für bis zu 10m
  • Real Time Audio


2,4GHz

Mit der 2,4 GHz Funktechnik kann auf eine Distanz von bis zu 100 Metern eine einfache Videoüberwachung erstellt werden. Je nach Ausstattung können an einem Empfänger bis zu 4 Kameras betrieben und direkt über den Empfänger am Fernseher wiedergegeben werden. Der Betreiber kann gemütlich auf seinem Sofa sitzend den zu sichernden Bereich (z.B. Kinderzimmer, Garten oder den Eingangsbereich des Hauses usw.) überwachen. Folgende Ausstattungsmöglichkeiten könnten von den Kamera-Herstellern eingebaut sein:


  • 380 TV-Linien, Auflösung 628x582 Pixel
  • 62° Blickwinkel
  • Tonübertragung
  • 2.4 GHz mit 10mW Sendeleistung
  • 1.5 Lux minimale Lichtverhältnisse
  • 20-50 Meter Reichweite in Gebäuden
  • Reichweite, bis zu 100 Meter bei freier Sicht


WLAN

Bei der Überwachung mit Hilfe einer WLAN-Kamera hat der Anwender eine Vielzahl von zusätzlichen Möglichkeiten. Möchte man die Bilder über das Netzwerk betrachten oder allen im Netzwerk angeschlossenen PC-Systemen zur Verfügung stellen, ist ein WLAN-Access-Point erforderlich. Ist die WLAN-Kamera im Netzwerk integriert, können die Bilder von jedem PC im Netzwerk wiedergegeben werden. Neben der Nutzung im internen Netzwerk (Intranet) können auch mit entsprechender Software und Zugang die Aufnahmen über das Internet (Online) abgerufen werden. Der Hersteller der Kamera stellt mit Hilfe zusätzlicher Software eine weitere Möglichkeit zur Verfügung. Damit ist es möglich, die Bilder der Kamera weltweit live zu betrachten. Folgende Ausstattungsmöglichkeiten könnten von den Kameraherstellern eingebaut sein:


  • Wireless LAN nach IEEE802.11b/g
  • WEP, WPA-PSK und WPA2
  • Infrarot Objektiv mit Tag-/Nachtsicht
  • TCP/IP, SMTP, HTTP, Samba, uvm.
  • MPEG4 und MJPEG mit bis zu 30 fps
  • Bewegungserkennung
  • E-Mail Benachrichtigung zur Alarmmeldung
  • Aufzeichnungs- und Überwachungssoftware


Kabelgebunden

Bei der Videoüberwachung mit kabelgebundenen Überwachungskameras werden diese überwiegend fest montiert. Ferner können Kameras mit einem schwenkbaren Bereich eingesetzt werden, die ein Objekt großflächig dauerhaft überwachen können. Daneben gibt es auch eine Art von Überwachungskameras, die Standbilder machen kann, wenn ein bestimmter Grenzwert überschritten wird. Diese Kameras finden ihren Einsatz zur Überwachung des Straßenverkehrs, Kassenräume in Banken, Betriebsgelände usw. Für die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten gibt es unterschiedliche Kameras mit entsprechenden Ausstattungsmerkmalen, wie z.B.:


Kamera kabelgebunden
Kamera schwenkbar
  • Vario-Objektiv 4-9mm mit manuellem Zoom
  • Zoom und Schärfe von außen einstellbar
  • Wetterfest (IP 66)
  • Sonnen-Blendschutz
  • 480 TV-Linien, 752x582 Pixel
  • Lichtstärke 0,5 Lux / F1.2 – 0 Lux (IR)
  • 6mm-Objektiv, Auto-Iris
  • automatischer Tag-/Nachtfilter
  • Dual-Glas-Technologie – verhindert Lichtreflexionen
  • patentierter IR-Ausfallschutz
  • IR-Scheinwerfer, 70 IR-LEDs, 45m Reichweite
  • wetterfest und wasserdicht
  • Robuste Gehäuseausführung


Kamera mit integriertem Rekorder

Es ist ein mobiler digitaler Videorekorder mit einer Kamera. Die Spannungsversorgung wird mit Hilfe eines Akkus realisiert. Die Aufzeichnungen werden auf eine eingebaute SD-Karte gespeichert. Ferner ist die Kamera mit passiv-Infrarotdioden ausgestattet, um auch Aufnahmen bei Dunkelheit durchzuführen. Die Wiedergabe bzw. Sichtung des aufgezeichneten Materials erfolgt über einen entsprechend Player oder ein PC-System, welches zudem die Bearbeitung des Materials ermöglicht. Folgende Ausstattungsmöglichkeiten könnten die Kamerahersteller zur Verfügung stellen:


Kamera mit Rekorder und Infrarot-LEDs
  • Zeit- u. Datumsfunktion zur Archivierung
  • Aufzeichnung erfolgt auf einer SD Karte
  • Bis zu 12.000 Bilder möglich ( 2 GB )
  • PAL: 25fps 640*480/NTSC: 30fps 624*420
  • Tag/Nacht Umschaltung
  • Eingebauter Bewegungsmelder
  • Aufzeichnungsmodus wählbar oder über Bewegungserkennung startend
  • Blickwinkel 120°
  • IR Ausleuchtung von bis zu 10m
  • Datenauslagerung über USB / SD-Karte
  • Überschreibmodus
  • Eingebauter 128 MB Speicher


Hinweis

Wird im gewerblichen Bereich ein Objekt Videoüberwacht, so ist darauf hinzuweisen. Der Hinweis ist deutlich sichtbar anzubringen. Dieser erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn er für den Kunden ohne Weiteres wahrnehmbar ist und von ihm nicht erst gesucht werden muss.


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