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SSD

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SSD steht für Solid State Drive oder im Deutschen das Halbleiterlaufwerk. Es arbeitet mit hochmoderner Flashspeichertechnik. Diese entspricht der, die auch in USB-Sticks und Speicherkarten verwendet wird. SSDs können wie herkömmliche HDD-Laufwerke bzw. Festplatten eingesetzt werden.

Sie werden in den Formfaktoren 1,8 Zoll (4,57 cm), 2,5 Zoll (6,35 cm) sowie in 3,5 Zoll (8,89 cm) und in verschiedenen Kapazitäten angeboten.


SSD

Vorteile von SSDs

  • Schnelles Laden von Betriebssystemen und Anwendungen
  • Geringer Stromverbrauch, dadurch höhere Akkulaufzeiten bei Notebooks möglich
  • Geringe Wärmeentwicklung
  • Keine Laufgeräusche
  • Ausschalten und Ruhebetrieb einfacher
  • Hält auch Stürze und Stöße aus
  • Zuverlässiger Betrieb auch unterwegs


TBW, max. Schreibvolumen

Mit dem TBW, max.Schreibvolumen, gibt der Hersteller den maximalen Kapazitätswert an, den die SSD in der Lage sein soll, Daten ohne Verluste beim Speichern bzw. Löschen zu verarbeiten.

Bei einem täglichen Schreibvolumen (Speichern und Löschen) von ca. 20 GigaByte käme ein Schreivolumen von ca. 36,5 TerraByte in 5 Jahren zusammen.

Bei aktuellen SSD's, zum Beispiel vom Hersteller Samsung, wird ein max. Schreibvolumen "TBW" von 150 TerraByte angegeben. Diese Angabe entspräche einer Langlebigkeit, bei einem Schreibvolumen von täglich 20 GigaByte, von ca. 20 Jahren.


Funktionen und Eigenschaften


TRIM-Funktion

Der Inhalt im Flash-Speicher häuft sich nach einer gewissen Zeit an. Der Controller der SSD erfährt nicht, welche Daten davon im Zwischenspeicher nicht mehr benötigt werden. Ist der Flashspeicher sozusagen "voll", wird nacheinander erst eine Speicherstelle gelöscht, um dann neu beschrieben werden zu können. Dieses bedeutet ein Performanceverlust (bis zu 50%). Die TRIM-Funktion ermöglicht dem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, welche Daten in dem Flashspeicher nicht mehr benötigt werden. Wenn gerade keine Schreib- oder Leseanforderungen vorhanden ist, werden diese automatisch gelöscht. Nicht jedes Laufwerk, vornehmlich ältere Modelle, unterstützen diese Funktion.


Schreibzyklen

Die Schreibzyklen einer Speicherzelle sind begrenzt. Lesezyklen hingegen sind unbegrenzt. Die SSD erkennt selbstständig, wenn eine Speicherzelle "aufgebraucht" ist und sperrt diese für erneute Zugriffe. Hierdurch wird eine fehlerfreie Weiternutzung der SSD sichergestellt. Zudem verfügen SSDs über einige Reservespeicherstellen, die u.a. die Aufgabe der ausgefallenen Zellen übernehmen können. Die Speicherzellen werden vom Controller möglichst gleichmäßig oft beschrieben, um einen vorzeitige "Verschleiß" einzelner Speicherzellen möglichst zu vermeiden.

Um eine zusätzliche Abnutzung der Zellen zu vermeiden, sind Defragmentierungen bzw. der Einsatz von sortierenden, umstellenden Programmen möglichst zu unterbinden.


Bewegliche Teile

Im Gegensatz zu herkömmlichen Festplatten werden keine beweglichen Teile verbaut. Dadurch ist sie relativ unempfindlich gegenüber Erschütterungen und Stöße. Ferner entsteht keine Reibungs- bzw. Antriebswärme.


Zugriffszeit

Die Zugriffszeit ist durch die Controller gesteuerte Adressierung an jeder Speicherzelle weitgehend gleich. Eine Defragmentierung würde aus diesem Grund keinen Geschwindigkeitsvorteil bringen.


Sicheres Löschen

Da die Daten an den verschiedensten Orten auf der SSD gesplittet gespeichert sind, ist ein normales "Löschen", das heißt, dass der Dateianfang gelöscht wird, in der Regel völlig ausreichend. Bei herkömmlichen Festplatten werden die Daten in Blöcke geschrieben. Dies wiederum bedeutet, dass zur Wiederherstellung die Daten relativ einfach wiederherstellbar sind. Bei SSDs kann dieses nur durch die Verwendung zusätzlicher Software ermöglicht werden.

Zur Zeit (03/2011) ist kein Tool bekannt, welches eine SSD so zuverlässig formatiert, dass auch keine Datenfragmente unter ggf. besonderen Bedingungen ausgelesen werden können. So bleibt bei sicherheitsrelevanten Daten leider nur die Zerstörung des Laufwerkes.


Betriebssysteme

Windows 7 ist das erste Betriebssystem von Microsoft, welches von Haus aus SSDs erkennt und auch richtig ansprechen kann (z.B. TRIM-Funktion). Bei Vista und XP ist dies mit etwas Hilfe zum größten Teil auch möglich.


Montagevideos

Im Anschluss sind zwei Videos für die Montage von SSDs in einem Notebook und einem Desktop-PC hinterlegt.


Notebook-Montage:


Desktop-Montage:


Nachtrag

Da SSDs am häufigsten in der 2,5" Ausführung gefertigt und verkauft werden, ist es empfehlenswert vor dem Einbau in einen Desktop-PC einen HDD-Montagerahmen zu montieren. Dieser Montagerahmen ermöglicht es, eine 2,5" SSD in einen 3,5" Schacht zu verschrauben.



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