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RoHS

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RoHS (engl.: Restriction of Hazardous Substances) bedeutet auf Deutsch „Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe“.


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EG-Richtlinien

RoHS-1 - Die EG-Richtlinie 2002/95/EG wurde im Juli 2016 durch das Elektrogeräte-Gesetz (ElektroG) in nationales Recht übernommen.

RoHS-2 - Nach der neuen Richtlinie 2011/65/EU wurden die im ElektroG enthaltenen Regelungen in die ElektroStoffV überführt. Der bisher geltende $ 5 des ElektroG zur Umsetzung der RoHS-1-Richtlinie ist damit aufgehoben.

RoHS-3 - wird ab 2019 zum Tragen kommen.


Die ElektroStoffV gilt für Elektro- und Elektronikgeräte. Nach der Verordnung dürfen keine gefährlichen Substanzen mehr in Elektrogeräten enthalten sein. Dabei sind nach Richtlinie 2011/65/EU Anhang 1 die folgenden Gerätekategorien betroffen:

  • 1. Haushaltsgroßgeräte
  • 2. Haushaltskleingeräte
  • 3. IT- und Telekommunikationsgeräte
  • 4. Geräte der Unterhaltungselektronik
  • 5. Beleuchtungskörper
  • 6. Elektrische und elektronische Werkzeuge
  • 7. Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte
  • 8. Medizinische Geräte
  • 9. Überwachungs- und Kontrollinstrumente (einschließlich Industrie)
  • 10.Automatische Ausgabegeräte
  • 11.Sonstige Elektro- und Elektronikgeräte, die nicht unter die Nummer 1 bis 10 fallen


Kabel, die als integraler Bestandteil mit einem Elektrogerät vermarktet werden, sind in der entsprechenden Gerätekategorie zu berücksichtigen.

Ersatzteile für die Reparatur von älteren Geräten bleiben ausgenommen (Inverkehrbringen des Gerätes jedoch noch vor Inkrafttreten der RoHS).


Darüber hinaus kommen Gerätekategorien in weiteren Schritten dazu:

22. Juli 2017: - Industrielle Überwachungs- und Kontrollinstrumente

22. Juli 2019: - Alle sonstigen Elektro- und Elektronikgeräte. Hierunter fallen auch Kabel, die als eigenständiges Produkt in Verkehr gebracht werden.


In dem Gesetz wurde eine Reihe von Elektrogeräten von der Verordnung ausgenommen. Für reichelt elektronik GmbH & Co. KG betrifft dies in erster Linie die Kategorien:

  • Ortsfeste Großanlagen
  • Photovoltaikmodule


Gefährliche Stoffe

Die gefährlichen Stoffe sind in der RoHS EG-Richtlinie 2011/65/EU definiert und wurden so ins nationale Recht übernommen. Danach dürfen keine gefährlichen Substanzen mehr in den Konzentrationshöchstwerten von 0,1 % Gewichtsprozent (0,01 % für Cadmium) in Elektro- und Elektronikgeräten vorhanden sein. Im Einzelnen sind dies:

Im Einzelnen sind dies:

  • 0,1 % Blei (Pb)
  • 0,01 % Cadmium (Cd)
  • 0,1 % Sechswertiges Chrom (CR VI)
  • 0,1 % Polybromiertes Biphenyl (PBB)
  • 0,1 % Polybromiertes Diphenylether (PBDE)
  • 0,1 % Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP)
  • 0,1 % Butylbenzylphthalat (BBP)
  • 0,1 % Dibutylphthalat (DBP)
  • 0,1 % Diisobutylphthalat (DIBP)
  • 0,1 % Quecksilber (Hg)


Betroffen sind in erster Linie Fertigungsunternehmen, soweit dern Endprodukte unter die ElektroStoffVerordnung fallen. Als Wirtschaftsakteur in der vorgelagerten Lieferkette sehen wir uns aber verpflichtet, Ihnen RoHS-konforme Komponenten zu liefern und entsprechende Informationen bereitzustellen, damit Sie Ihren Verpflichtungen als Hersteller nachkommen können.

In unserem Online-Shop findet man die Angabe zur RoHS-Konformität direkt beim Artikel. Darüber hinaus sind RoHS-konforme Artikel auf der Rechnung mit einem "R" gekennzeichnet. Sollten weitergehende Informationen zur RoHS-Thematik benötigt werden, können Sie gerne unser Team kontaktieren.


Ziel der Richtlinie

Ziel ist es, Umweltbelastungen, die durch die Entsorgung elektronischer Produkte auftreten, einzudämmen.


Umsetzung

Mit dem Inkrafttreten des Elektronik- und Elektrogeräte-Gesetzes (ElektroG) am 16. März 2005 wurde neben der EG-Richtlinie RoHS auch die EU-Direktive WEEE (Reduzierung und Entsorgung von Elektronikaltgeräten) in nationales Recht umgesetzt. Mit Datum des 01. Juli 2006 endete die Übergangsfrist und es dürfen seither keine gefährlichen Substanzen in Elektrogeräten verwendet und somit auch nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.


Konform oder nicht konform

Enthält ein Bauteil eines dieser oben aufgeführten verbotenen Stoffe, ist das Bauteil nicht RoHS-konform. Für Neugeräte, in denen ausschließlich RoHS-konforme Komponenten verbaut wurden, gilt die RoHS-Konformität auch für das fertige Gerät.


Ausnahmen

Als vorläufige Ausnahme zur RoHS-Konformität können verbotene Stoffe in bestimmten Anwendungen weiterhin genutzt werden, wie beispielsweise:

  • In medizinischen Geräten und Instrumenten, die zur Überwachung und Kontrolle dienen.
  • In Bauteilen, die in der Autoelektronik zur Erfüllung der Altautoverordnung dienen.
  • In Geräten im militärischem Bereich.


Bleihaltiges Lötzinn

Bei Reparaturen an Geräten kann die Nutzung von RoHS-konformem Lötzinn wegen des erhöhten Schmelzpunktes sowie der neuen Eigenschaften bei manueller Verlötung problematisch sein, daher darf hier weiterhin bleihaltiges Lötzinn zur Reparatur genutzt werden. Mit bleihaltigem Lot dürfen nur Geräte repariert werden, die vor dem 01.Juli 2006 gefertigt wurden.


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