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RoHS

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RoHS (engl.: Restriction of Hazardous Substances) bedeutet auf Deutsch „Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe“.


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EG-Richtlinie

Mit der Umsetzung der EG-Richtlinie (2011/65/EU zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten) wird die Verwendung von Gefahrstoffen in Geräten und Bauteilen geregelt.


Gefährliche Stoffe

Die gefährlichen Stoffe sind in der RoHS EG-Richtlinie 2011/65/EU definiert und wurden so ins nationale Recht übernommen.

Im Einzelnen sind dies:

  • Blei (Pb)
  • Quecksilber (Hg)
  • Cadmium (Cd)
  • Sechswertiges Chrom (CR VI)
  • Polybromiertes Biphenyl (PBB)
  • Polybromiertes Diphenylether (PBDE)


Ziel der Richtlinie

Ziel ist es, Umweltbelastungen, die durch die Entsorgung elektronischer Produkte auftreten, einzudämmen.


Umsetzung

Mit dem Inkrafttreten des Elektronik- und Elektrogeräte-Gesetzes (ElektroG) am 16. März 2005 wurde neben der EG-Richtlinie RoHS auch die EU-Direktive WEEE (Reduzierung und Entsorgung von Elektronikaltgeräten) in nationales Recht umgesetzt. Mit Datum des 01. Juli 2006 endete die Übergangsfrist und es dürfen seither keine gefährlichen Substanzen in Elektrogeräten verwendet und somit auch nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.


Konform oder nicht konform

Enthält ein Bauteil eines dieser oben aufgeführten verbotenen Stoffe, ist das Bauteil nicht RoHS-konform. Für Neugeräte, in denen ausschließlich RoHS-konforme Komponenten verbaut wurden, gilt die RoHS-Konformität auch für das fertige Gerät.


Ausnahmen

Als vorläufige Ausnahme zur RoHS-Konformität können verbotene Stoffe in bestimmten Anwendungen weiterhin genutzt werden, wie beispielsweise:

  • In medizinischen Geräten und Instrumenten, die zur Überwachung und Kontrolle dienen.
  • In Bauteilen, die in der Autoelektronik zur Erfüllung der Altautoverordnung dienen.
  • In Geräten im militärischem Bereich.


Bleihaltiges Lötzinn

So können Blei- und NiCd-Akkus oder bleihaltiges Lötzinn zum Beispiel noch in medizinischen Geräten als Bauteile für die Ersatzteilversorgung eingesetzt werden. Bei Reparaturen an Geräten kann die Nutzung von RoHS-konformen Lötzinn wegen des erhöhten Schmelzpunktes sowie der neuen Eigenschaften bei manueller Verlötung problematisch sein, daher darf hier weiterhin bleihaltiges Lötzinn zur Reparatur genutzt werden. Mit bleihaltigem Lot dürfen nur Geräte repariert werden, die vor dem 01.Juli 2006 gefertigt wurden.


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