reicheltpedia, das Wiki für Elektronik

Rauchmelder

Aus Reicheltpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein fotooptischer Rauchmelder arbeitet nach dem Streulichtprinzip. Da klare Luft kein Licht reflektiert, fällt auch kein reflektiertes Licht auf den optischen Sensor zurück. Der Sensor des Rauchmelders reagiert, wenn Rauchpartikel das gestreute Licht reflektieren und zum Sensor zurück lenken. 70% aller Brandopfer verunglücken nachts, im heimischen Bereich und wenn alles schläft. Ungefähr 95% der Verunglückten sterben dann an den Folgen einer Rauchvergiftung.


Fotooptischer Rauchmelder

Rauchmelder-Pflicht

Im Jahr 2000 wurde bundesweit zur Brandschutzaufklärung die Kampagne "Rauchmelder retten Leben" ins Leben gerufen. Diese wird durch Feuerwehren, Schornsteinfeger und Versicherungen unterstützt. Im Laufe der letzten Jahre hat die Kampagne sowohl in der Bevölkerung, als auch bei den politischen Entscheidungsträgern das Bewusstsein gestärkt, dass Rauchmelder wirkungsvolle Lebensretter sind. Mittlerweile haben viele Bundesländer eine Rauchmelderpflicht für Neu-, Um- und Bestandsbauten eingeführt und in der jeweiligen Landesbauordnung festgelegt. Der Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen kann je nach Bundesland bis Ende 2015 nachgekommen werden. Damit Rauchmelder einheitlich ihren bestimmungsgemäßen Einsatz erfüllen können, regelt die Anwendungsnorm DIN 14676 den Einbau, den Betrieb und die Instandhaltung von Rauchmeldern.


Rauchmelder-Pflicht in Deutschland

Festlegung der Rauchmelderpflicht in den Bauordnungen der Bundesländer Stand 05/2011

Bundesland
Bauten
Nachrüstpflicht
Baden-Württemberg
Noch keine Gesetzgebung
Bayern
Noch keine Gesetzgebung
Berlin
Noch keine Gesetzgebung
Brandenburg
Noch keine Gesetzgebung
Bremen
Neu-, Um- und Bestandsbauten,
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
bis 12/2015
Hamburg
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
seit 2010
Hessen
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
bis 2014
Mecklenburg-Vorpommern
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
seit 2009
Niedersachsen
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
ab 2011
Nordrhein-Westfalen
Für eine Rauchmelderpflicht besteht noch keine Gesetzgebung,
geförderte Neubauwohnungen müssen jedoch zukünftig mit Rauchmeldern ausgestattet werden.
Rheinland-Pfalz
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
bis 2012
Saarland
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
seit 2004
Sachsen
Noch keine Gesetzgebung
Sachsen-Anhalt
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
bis 12/2015
Schleswig-Holstein
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
seit 2010
Thüringen
Neu-, Um- und Bestandsbauten.
Für Schlaf- und Kinderzimmer, sowie Flure die als Rettungswege dienen.
seit 2008


Einsatzort

Fotooptische Rauchmelder sollten als Mindestschutz in den Bereichen Schlafzimmer, Kinderzimmer und in Fluren, die als Rettungswege dienen, angebracht werden. Um einen optimalen Schutz zu gewährleisten, sollten zusätzliche Rauchmelder im Wohnzimmer, Kellerräumen und Dachböden angebracht werden. Auch die Koppelung mit einer Alarmanlage ist bei einigen Modellen möglich.


Optimaler Schutz

Der optimale Schutz durch Rauchmelder wird erreicht, wenn bei der Installation folgendes beachtet wird:

  • Der Rauchmelder sollte immer an eine Raum- oder Zimmerdecke befestigt werden, da der Rauch immer nach oben steigt.
  • Der Rauchmelder sollte nach Möglichkeit immer in der Raum- oder Zimmerdecken-Mitte angebracht werden.
  • Damit die optimale Raucherkennung gewährleistet werden kann, sollte der Rauchmelder immer waagerecht angebracht werden.
  • Der Rauchmelder sollte keiner starken Zugluft, wie z. B. in der Nähe eines Luftschachtes, ausgesetzt werden, da der Rauch gegebenenfalls nicht erkannt wird.
  • Der Rauchmelder sollte nicht in Bereichen angebracht werden, in denen unter normalen Bedingungen Rauch, Dampf oder Staub entstehen kann, wie z. B. in Küchen oder Bädern.
  • Der Rauchmelder sollte ca. 30 bis 50cm unterhalb einer Giebelspitze verbaut werden. Nicht aber direkt in der Giebelspitze.
  • Der Rauchmelder sollte mit einer Batterie ausgestattet sein, die eine Haltbarkeit von mindestens 10 Jahren hat.
  • Der Rauchmelder ist nicht mit Farbe zu überstreichen, da sonst die Funktionalität eingeschränkt sein und kein Rauch mehr an den Sensor gelangen kann.
  • Der Rauchmelder sollte regelmäßig, mittels der Prüftaste, einem Selbsttest unterzogen werden, um die einwandfreie Funktion und den Zustand der Batterie zu überprüfen.


Rauchmeldertypen

Folgende Rauchmeldertypen kommen zu Einsatz:

  • Einzel-Rauchmelder (mit oder ohne Vernetzungsmöglichkeit)
  • Funk-Rauchmelder


Einzel-Rauchmelder ohne Vernetzung

Der Rauchmelder meldet den Alarm nur in dem zu überwachenden Raum. Ist der Raum zu weit entfernt oder die Tür des Raumes verschlossen, kann möglicherweise das Alarmsignal des Melders überhört werden.


Funk-Rauchmelder und Einzel-Rauchmelder mit Vernetzung

Alle miteinander verbundenen Rauchmelder schlagen nach der Aktivierung durch den auslösenden Melder Alarm. Je nach Ausstattung der Melder kann der auslösende Melder dann einen anderen Alarmton ausgeben als die parallel aktivierten Melder. So kann auf einfache Weise akustisch festgestellt werden, an welchem Ort die Alarmierung tatsächlich ausgelöst wurde und die Alarmursache ermittelt werden. Die maximale Empfangsreichweite kann je nach Typ und Hersteller bis zu 100 Meter betragen.


Reicheltpedia-Link


Weblinks zum Reichelt-Shop