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Integrated Services Digital Network

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Integrated Services Digital Network, kurz ISDN, bedeutet übersetzt dienstintegrierendes digitales Fernmeldenetz.

ISDN ist ein digitales Kommunikationsnetz, welches unterschiedliche Telekommunikationsdienste zur Verfügung stellt und somit integriert. Diese Dienste sind Sprache, Bildtelefonie, Daten und Text. Durch die Digitalisierung der Vermittlungsstellen stehen einige Dienstmerkmale des ISDN heutzutage auch analogen Teilnehmern zur Verfügung. ISDN hat sich zu einem internationalen Standard entwickelt.


Vorteile von ISDN

Die Vorteile von ISDN gegenüber dem analogen Anschluss sind sehr umfangreich und zum Teil abhängig von der Anschlussart und den Diensten die der Provider zur Verfügung stellt.

Hier einige Vorteile im Überblick:

  • Zwei Nutzkanäle (Basisanschluss) - z.B. zwei Telefonate oder telefonieren und gleichzeitig im Internet surfen
  • Übertragungsgeschwindigkeit von 64 kbit/s je Nutzkanal - wesentlich schneller als in der Analogtechnik
  • Kanalbündelung der Basiskanäle (Übertragungsgeschwindigkeit von 128 kbit/s) - für eine noch schnellere Übertragung
  • MSN - Mehrfachrufnummern (MSN steht für Multiple Subscriber Number) - mehrere Rufnummern pro Anschluss
  • Aufführung der Kosten je MSN - z.B. Abrechnung der Gesprächsentgelte pro Rufnummer
  • Dienst bezogenes Routing - z.B. ein Faxanruf wird bei gleicher Rufnummer an das Faxgerät geleitet
  • Weiternutzung analoger Geräte via a/b-Terminaladapter oder ISDN-TK-Anlagen (TK-Anlage = Tele-Kommunikations-Anlage) - Implementierung in vorhandene Analoginstallationen


Leistungsmerkmale

Hier sind einmal die wichtigsten Leistungsmerkmale aufgeführt. Diese sind vom Provider abhängig:

  • Mehrfachrufnummern (3-10 MSN pro Basisanschluss)
  • Rufnummernübermittlung
  • Anklopfen
  • Rückfragen, Halten, Makeln
  • Rückruf bei Besetzt
  • Rückruf bei Nichtmelden
  • Anrufweiterschaltung
  • Rufnummernsperren
  • Dreierkonferenz
  • Gerätewechsel
  • Entgeltinformationen
  • Geschlossene Benutzergruppen
  • Netzanrufbeantworter
  • Durchwahl zu Nebenstellen
  • Fangen böswilliger Anrufer


ISDN-Anschlussarten

Nachfolgend die wichtigsten ISDN-Anschlussarten im Überblick:


Basisanschluss

Die einfachste und kleinste ISDN-Anschlussart ist der Basisanschluss. Dieser findet seine Anwendung in Privathaushalten und in kleineren Unternehmen. Bei dem Basisanschluss wird der NTBA direkt an die erste Telefondose angeschlossen und dieser konvertiert das kommende Vermittlungssignal UK0 in den S0-Bus. An diesem S0-Bus können dann die ISDN-Endgeräte oder eine ISDN-TK-Anlage angeschlossen werden.

Der Basisanschluss besitzt 3 Kanäle: Basiskanal 1, Basiskanal 2 und den D-Kanal. Die Basiskanäle sind die Nutzkanäle für die Datenübertragung und besitzen eine Übertragungsrate von je 64 kbit/s und der D-Kanal eine Übertragungsrate von 16 kbit/s. Der D-Kanal dient der Übertragung von Steuerinformationen. Die Gesamtübertragungsrate im Basisanschluss beträgt 192 kbit/s. Dieses setzt sich aus den beiden Basiskanälen, dem D-Kanal und einem weiteren Kanal mit 48 kbit/s für Wartung und Synchronisation zusammen.


Punkt-zu-Mehrpunkt-Konfiguration

Bei der Punkt-zu-Mehrpunkt-Konfiguration, auch Mehrgeräteanschluss genannt, können mehrere ISDN-Endgeräte an den S0-Bus des NTBA angeschlossen werden. Der Mehrgeräteanschluss ist die gängigste Variante und erlaubt die Installation von bis zu 12 ISDN-Anschlussdosen. An einem S0-Bus können bis zu 8 ISDN-Endgeräte angeschlossen werden, von denen maximal 4 Geräte Telefone sein dürfen. ISDN-Telefone erhalten Ihre Speisespannung in der Regel vom NTBA. Endgeräte wie Anrufbeantworter, Faxgeräte und PCs benötigen aufgrund eigener Versorgung keine Speisespannung.


Anlagenanschluss


Punkt-zu-Punkt-Konfiguration

Bei der Punkt-zu-Punkt-Konfiguration, auch Anlagenanschluss genannt, kann nur ein ISDN-Endgerät angeschlossen werden. Dies ist in der Regel eine ISDN-TK-Anlage. Der Vorteil liegt unter anderem in der Betriebsart "Durchwahl". Hier können die Nebenstellen direkt angewählt werden.


Anlagenanschluss


Primärmultiplexanschluss

Der Primärmultiplexanschluss (Abkürzung: PMxAs) ist ein ISDN-Anschluss für Unternehmen. Der PMxAs enthält 30 Basiskanäle mit je 64 kbit/s. Dies entspricht 15 Basisanschlüssen und ist die größte ISDN-Anschlussart. Die Gesamtübertragungsrate beträgt 2 Mbit/s (2.048 kbit/s) und enthält neben den 30 Basiskanälen noch einen D-Kanal und einen Kanal für Wartung und Synchronisation mit je 64 kbit/s.


Punkt-zu-Punkt-Konfiguration

Die Verbindung eines PMxAs funktioniert nur in der Punkt-zu-Punkt Konfiguration an eine TK-Anlage. Hier konvertiert der NTPM (Netzwerkterminator Multiplexanschluss) die von der Vermittlung kommende UK2-Schnittstelle zur S2M-Schnittstelle


Anlagenanschluss


NTBA

Der NTBA (bedeutet übersetzt: Netzwerkterminator Basisanschluss) wandelt das kommende 2-adrige U0 Signal der Vermittlungsstelle in einen 4-adrigen S0-Bus um. Die maximale Leitungslänge zur Vermittlungsstelle liegt bei ca. 8km. Die Spannungsversorgung erfolgt über einen 230V-Netzadapter. Der NTBA ist in der Lage, bis zu vier ISDN-Telefone mit Strom zu versorgen. Fällt der Netzadapter oder das Stromnetz aus, wird über den so genannten "Notbetrieb" automatisch ein für den Notbetrieb fähiges Telefon mit Strom versorgt. Den dafür nötigen Strom erhält der NTBA aus der Vermittlungsstelle. Wird eine ISDN-TK-Anlage direkt an den NTBA angeschlossen (hier wird keine Speisespannung benötigt), kann die 230V-Netzversorgung auch weggelassen werden.


Schalterstellungen der DIP-Schalter im NTBA

Schalter-Nr.
Funktion
Beschreibung
1 + 2 + 3 + 4 Zu-/Abschaltung der Federklemmen Schalter 1 - 4 "off" -> Federklemmen abgeschaltet
5 + 6 Zu-/Abschaltung der Abschlusswiderstände Schalter 5 + 6 "off" -> Widerstände abgeschaltet
9 Umschaltung kurzer/langer Bus Schalter 9 "off" -> langer Bus
DIP-Schalter.jpg


Schalterstellungen nach Betriebsmodi

Betriebsmodi
Schalterstellungen
Beschreibung
NTBA am Busanfang 1-9 "on" Standardeinstellung
NTBA in Busmitte 5+6 "off", Rest "on" Abschaltung der Widerstände und Terminierung an den jeweiligen Busenden
NTBA am verlängerten Bus 9 "on", Rest "off" Für lange Übertragungsstrecken (auch für Punkt-zu-Punkt bis 1000m)


S0-Bus

Der S0-Bus, auch ISDN-Bus oder Teilnehmerschnittstelle S0 genannt, ist die Schnittstelle für ISDN-Endgeräte. An einem S0-Bus können bis zu 12 ISDN-Dosen angeschlossen werden. Bis zu acht ISDN-Endgeräte können an einem S0-Bus betrieben werden. Von diesen acht Geräten müssen mindestens vier Geräte ohne Fernspeisung arbeiten, da der NTBA nicht mehr als vier Geräte versorgen kann. Folgende Eigenschaften werden hier vorgestellt:



Leitungslängen UK0

  • Beim Mehrgeräteanschluss liegt die maximale Leitungslänge zwischen dem NTBA und dem letzten Endgerät bei 150 Meter.
  • Beim Anlagenanschluss liegt die maximale Leitungslänge zwischen dem NTBA und dem Endgerät bei 1000 Meter.


IAE-Dose

Die IAE-Dose (ISDN-Anschluss-Einheit) ist der Anschlusspunkt für ISDN-Endgeräte.

Der Anschluss der IAE-Dose an den 4-adrigen S0-Bus vom NTBA kommend erfolgt über Schraubklemmen. Die Endgeräte werden über einen RJ45-Stecker an die IAE/UAE verbunden. Dieser Stecker ist 8-polig und nur die mittleren 4 Kontakte sind belegt.


IAE-Schaltbild IAE-Dose


UAE-Dose

Ebenfalls sind "UAE-Dosen" (Universelle-Anschluss-Einheit) einsetzbar. UAE-Dosen eignen sich sowohl für Netzwerk- wie auch für ISDN-Verbindungen.

Der Anschluss des S0-Busses vom NTBA kommend erfolgt bei der UAE-Dose über die LSA-Anschlusstechnik. Die UAE-Dosen sind 8-polig beschaltet, wobei für ISDN auch hier nur die mittleren 4 Kontakte benötigt werden.


UAE-Schaltbild UAE-Dose


Anschlussbelegungen

An den Schnittstellen in einer ISDN-Verkabelung werden unterschiedliche Komponenten - die zum Teil unterschiedliche Kennzeichnungen besitzen - verbaut. In der folgenden Tabelle soll eine Verbindung dieser einzelnen Komponenten dargestellt werden:


Zusammenhang der ISDN-Anschlusskennzeichnungen

Kabelkennzeichnung
Adernfarbe
Adernfarbe
ISDN-Kennung
Analoge Kennung
IAE-/UAE-Dose
1
2
2 Ringe großer Abstand
a2
E
3
kein Ring
a1
a
4
1 Ring
b1
b
5
2 Ringe kleiner Abstand
b2
W
6
7
8


Installation des S0-Bus

Für den Aufbau bzw. die Installation des passiven S0-Busses gibt es 3 Varianten. Die Wahl der Variante hängt von den lokalen Gegebenheiten ab.


Variante 1: NTBA am Busende

Dieser Aufbau ist die am häufigsten eingesetzte Variante. Der NTBA befindet sich am Anfang des Busses und das Ende wird terminiert.


Merkmale:

  • Maximal 12 IAE-Dosen
  • Maximal 8 ISDN-Endgeräte möglich (davon max. 4 Telefone)
  • Maximale Bus-Länge ca. 120 - 180 Meter (je nach eingesetztem Kabeltyp)


Variante 1


Variante 2: NTBA in der Busmitte

In dieser Variante gehen vom NTBA 2 S0-Bus-Stränge ab. Der NTBA ist sozusagen in der Mitte. Bei dieser Installationsart müssen beide Enden terminiert werden.


Merkmale:

  • Maximal 12 IAE-Dosen (auf beide Stränge verteilt)
  • Maximal 8 ISDN-Endgeräte möglich (davon max. 4 Telefone)
  • Maximale Bus-Länge ca. 150 Meter (je nach eingesetztem Kabeltyp)


Variante 2


Variante 3: NTBA am verlängerten Bus

Bei dem verlängerten Bus werden die Endgeräte erst am Ende des Busses angeschlossen. Die IAE-Dosen dürfen insgesamt nicht weiter als maximal 50 Meter auf dem Bus auseinander sein. Der entscheidende Vorteil dieser Variante ist die mögliche Leitungslänge von maximal 500 Metern zwischen dem NTBA und der ersten IAE-Dose.


Merkmale:

  • Maximal 12 IAE-Dosen (auf beide Stränge verteilt)
  • Maximal 3 ISDN-Endgeräte möglich
  • Maximale Bus-Länge ca. 550 Meter (je nach eingesetztem Kabeltyp)


Variante


Terminierung des S0-Busses

Der S0-Bus muss am jeweiligen Ende terminiert werden. Nur so sind eindeutige Pegel und eine reibungslose Kommunikation gewährleistet. Fehlt die Terminierung, kann es zu Störungen und Ausfällen kommen. Im schlimmsten Fall kommt es erst gar nicht zu einer Verbindung.

Die Terminierung erfolgt durch zwei 100 Ohm Widerstände, die jeweils zwischen den Leitungen 1a und 1b sowie zwischen 2a und 2b geschaltet werden. Der einfachste Weg ist der Einsatz von IAE-Dosen mit integrierten schaltbaren Widerständen.


ISDN-Zubehör

Die Zubehörpalette für ISDN ist sehr umfangreich. Einige nützliche Positionen werden hier einmal vorgestellt:


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