Mini-Computer: Technik-Tausendsassas für kleines Geld  

Mini-Computer: Technik-Tausendsassas für kleines Geld

PCs werden immer kleiner, leistungsstärker und günstiger. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit lassen sich Mini-Computer sogar als vollwertige Smart Home-Zentrale nutzen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Fast unbegrenzte Möglichkeiten dank zahlreicher Schnittstellen
  2. Einfach, günstig, vielseitig, Mini-Computer
  3. Mini-Computer sind das ideale Spielzeug für Tüftler
  4. Asus Tinker Board: Mini-Computer mit viel Leistung
  5. Banana Pi: Mini-Computer mit SATA-Festplattenanschluss
  6. Einer für ganz spezielle Fälle: Der Arduino
  7. Ratgeber zum Thema Mini-Computer
  8. How-to zum Thema Mini-Computer

Vor wenigen Jahrzehnten waren Computer noch so groß wie Einbauküchen. Inzwischen passt Technik mit der tausendfachen Leistung ehemaliger Großrechner in Gehäuse, die kaum größer als eine Zigarettenschachtel sind – und kein Betriebssystem-Ungetüm wie Windows benötigen. Mini-Computer sind nicht nur unschlagbar günstig, sie punkten mit geringem Stromverbrauch und eignen sich für eine Fülle an Einsatzgebieten.

Fast unbegrenzte Möglichkeiten dank zahlreicher Schnittstellen

So lassen sich Mini-Computer beispielsweise als Smart Home-Basis einsetzen, die Aktionen auslöst sowie Ereignisse analysiert und protokolliert. Möglich ist etwa der Einsatz als Heizungssteuerung, als intelligente Lichtlösung oder zur Videoüberwachung. Im Prinzip können die Mini-PCs aber alles steuern sowie ein- und ausschalten, was über eine entsprechende Schnittstelle verfügt. Aufgrund der offenen Plattformen und des großen Zubehörangebots sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt – wie die steigende Zahl entsprechender Projekte im Internet eindrucksvoll belegt.

Einfach, günstig, vielseitig, Mini-Computer

Zu den ersten Kompaktrechnern überhaupt gehört der Raspberry Pi, inzwischen sind auch andere Hersteller auf den Zug aufgesprungen. Das Prinzip ist bei allen ähnlich: Mini-Computer sind meist Einplatinencomputer ohne Gehäuse im Scheckkarten-Format, bestehend aus einer Hauptplatine mit diversen Chips und Anschlüssen. Dieses simple Rezept löste rund um den Globus einen regelrechten Boom aus. Die Zwergrechner sind simpel zu programmieren und haben darüber hinaus genügend Leistung für gängige Aufgaben. Ob es gilt, das Smart Home, Roboter, Espressomaschinen oder Drohnen zu steuern – aufgrund der vielen Schnittstellen entpuppen sich Mini-Computer als Multitalente. Einplatinencomputer sind zudem ideale Medienserver, die Internet, Filme und Fotos per Netzwerk auf den Fernseher bringen. Überdies gibt es im Internet eine Vielzahl an Anleitungen für nützliche und ausgefallene Projekte. Das weckt das Interesse von immer mehr Tüftlern, die wiederum neue Projekte veröffentlichten.

Mini-Computer sind das ideale Spielzeug für Tüftler

Zugegeben – auspacken und loslegen ist bei manchen Projekten nicht möglich. Viele Aktionen lassen sich nur über eingetippte Befehle in die sogenannte Konsole auslösen. Selbst bei den vorgefertigten Projekten, die sich aus dem Internet mit wenigen Mausklicks auf eine Speicherkarte laden lassen, müssen Nutzer noch Einstellungen in der Konfiguration vornehmen. Nicht Klicken führt zum Ziel, sondern Tüfteln, Ausprobieren und der Erfahrungsaustausch mit anderen Nutzern. Genau diese Mischung macht für viele Nutzer den Reiz aus.

Ebenfalls klar: Superleistung ist nicht das Metier der Mini-Computer. Während in aktuellen Windows-Rechnern moderne Core-Prozessoren zum Einsatz kommen, arbeiten in den Minis deutlich abgespeckte Rechenwerke. Typische Heimanwenderaufgaben wie das Arbeiten mit Office-Programmen, Surfen im Internet, das Anschauen von Videos und das Verwalten von Fotos sind aber locker machbar – ebenso nicht zu aufwendige Spiele. Für richtig rechenintensive Programme sind die Einplatinencomputer aber nicht gedacht. Dafür verfügen sie über Anschlüsse, die kein normaler Desktop-PC hat. Die meisten Mini-Computer bieten über die sogenannte GPIO-Leiste sowie DSI- und CSI-Anschlüsse die Möglichkeit, externe Geräte wie Sensoren, Kameralinsen und kleine LCD-Displays anzusteuern und auszulesen. Das prädestiniert sie als Smart-Home-Basis.

Modell
CPU-Typ
CPU-Kerne
CPU-Takt
RAM (MB)
RAM-Typ
 
ARM Cortex-A53
4
1200
1024
DDR2
 
ARM Cortex-A7
4
900
1024
DDR2
 
ARM 11
1
700
512
DDR2
 
ARM 11
1
700
512
DDR2
 
ARM Cortex-A53
4
1200
1024
DDR2
 
ARM Cortex-A53
4
1200
1024
DDR2
 
ARM Cortex-A17
4
1800
2048
DDR3
 
ARM Cortex-A7
2
1000
1024
DDR3
 
ARM Cortex-A7
2
1000
1024
DDR3
 
ARM Cortex-A7
4
1000
1024
DDR3
 
ARM Cortex-A7
4
1000
1024
DDR3
 
ARM Cortex-A7
4
1000
512
DDR3
 
ARM Cortex-A7
4
1500
2048
DDR3
 
ARM Cortex-A7
8
2000
2048
DDR3
 
ARM Cortex-A53
4
1200
2048
DDR3
 
ARM Cortex-A7
2
1000
1024
DDR3
 
ARM Cortex-A8
2
1000
512
DDR3
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Asus Tinker Board: Mini-Computer mit viel Leistung

Die klare Nummer eins der Mini-Computer ist der Raspberry Pi. Es gibt aber Alternativen. Mit dem Tinker Board hat Asus einen starken Konkurrenten auf den Markt gebracht. Das Tinker Board ist zwar deutlich teurer als der Raspberry, punktet dafür mit einer leistungsfähigeren Hardware: Der Asus-Rechner verfügt über zwei statt einem Gigabyte Arbeitsspeicher, hat statt eines Fast-Ethernet-Anschlusses eine Gigabit-Buchse und bietet einen flotteren Grafikchip. Auch der Vierkern-Prozessor vom Typ Rockchip RK3288 arbeitet schneller als das Raspberry-3-Pendant Cortex-A17. Das äußert sich allerdings auch in einem höheren Stromverbrauch und einer stärkeren Wärmeentwicklung. Unterm Strich ist das Asus Tinker Board ein guter Kompromiss aus Bastel- und alltagstauglichem Arbeitsrechner.

Banana Pi: Mini-Computer mit SATA-Festplattenanschluss

Der Banana Pi ähnelt dem Raspberry nicht nur in Sachen Aufbau, Abmessungen und Preis. Aufgrund seiner 40 GPIO-Pins funktionieren viele Raspberry-Erweiterungen auch mit diesem Mini-Computer. Ein Vorteil im Vergleich zum Raspberry Pi: Aufgrund der SATA-Schnittstelle lassen sich Festplatten direkt an den Banana Pi anschließen. Beim Raspberry Pi funktioniert das nur via USB – mit deutlich schlechterem Datendurchsatz.

Einer für ganz spezielle Fälle: Der Arduino

Projekte wie twitternde Zimmerplanzen und interaktive Kunstinstallationen haben den Arduino populär gemacht. Der Arduino besteht lediglich aus einem Board mit Microcontroller sowie analogen und digitalen Anschlüssen. Im Gegensatz zu Mini-Computern wie dem Raspberry Pi ist der Arduino also kein vollwertiger Computer. Unterschiede gibt es auch bei der Programmierung: Der Arduino wird direkt über die Entwicklungsumgebung gesteuert, während der Raspberry Pi mit Linux eine grafische Benutzeroberfläche bietet, die sich mit Maus und Tastatur steuern lässt.

Der Arduino eignet sich vor allem für ganz spezielle Aufgaben, etwa zum Antreiben eines Motors oder Steuern von LEDs. Mini-Computer wie der Raspberry Pi sind deutlich breiter aufgestellt und bieten die Möglichkeiten eines kompletten Computers samt Internetanbindung. In einigen Fällen ist die Kombination von Arduino und einem Mini-PC ideal, etwa um über den Mini-Computer Einstellungen zu setzen und zu kontrollieren, während der Arduino das Erfassen von Sensordaten oder den Betrieb von Geräten übernimmt.

Artikelgrafik: Reichelt

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3 Antworten zu “Mini-Computer: Technik-Tausendsassas für kleines Geld”

  1. Peter Handrick sagt:

    Das ASUS-Tinker-Board halte ich in der Auflistung für etwas unglücklich platziert,
    da dieses gemäß Ihrer eigenen Aussagen nur begrenzt einsatzfähig ist.
    Was nützt einem die schönste Hardware, wenn diese nicht optimiert verwendet werden kann?

    • Sven sagt:

      Der Hersteller hat seit dem 17.04. ein neues Update herausgebracht, daher ist der Asus Tinker nun voll einsatzbereit.

  2. […] Vorzüge der Rechner im Taschenformat. Falls Sie noch mehr über Mini-Computer erfahren wollen: Das große Special von reichelt elektronik bietet Ratgeber und Anleitungen rund ums […]

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