Tool-Check: Wie man gutes Werkzeug erkennt, welches Elektronik-Bastler benötigen  

Tool-Check: Wie man gutes Werkzeug erkennt, welches Elektronik-Bastler benötigen

Handwerker sagen: „Billiges Werkzeug ist zu teuer.“ Was die Profis damit meinen, liegt auf der Hand. Billiggeräte erfüllen ihren Dienst oft nicht richtig und verschleißen schnell – dann muss Ersatz her und die vermeintlichen Schnäppchen entpuppen sich im Nachhinein als teure Angelegenheit. Andererseits können die Kosten für hochwertiges Werkzeug schnell das Budget von Hobby-Bastlern sprengen. Es gilt also, vergleichsweise günstiges und gleichzeitig gutes Werkzeug zu finden – doch wie gelingt das?

Sichtbare Qualitätsunterschiede

Ein Blick auf den Schraubendreher zeigt, warum billiges Werkzeug letztendlich teuer ist. Beim guten Schraubendreher ist die Spitze gehärtet und durch Schleifen in Form gebracht. Die Schleifspuren sind an der Schneide sichtbar. Billige Schraubendreher sind lediglich umgeformt und daher relativ weich, sie werden schnell unbrauchbar. Sie sind an einer glatten Schneide erkennbar, die manchmal vollständig verchromt ist oder Querrillen aufweist, die eine bessere Griffigkeit vortäuschen sollen.

Gute Werkzeuge aus hoch festen Werkstoffen lassen sich dünnwandiger herstellen und weisen gleichmäßigere Oberflächen auf, ohne Dellen, Lunker (kleine Löcher, die beim Metallguss entstehen können) und Grate. Hochwertiges Werkzeug ist passgenau gefertigt, mit engen Toleranzen.

Standards haben sich bewährt

Wenn Sie günstiges, aber gutes Werkzeug suchen, sind Normen wie die DIN-Norm und Richtlinien von Organisationen wie dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) wertvolle Helfer. Die Angabe einer Norm auf einem Werkzeug besagt, dass es bestimmte, anerkannte Regeln einhält, die eine sichere, risikoarme Funktionsweise gewährleisten. IEC 61010-1 legt beispielsweise in vier Kategorien den Anwendungsbereich für Geräte wie Multimeter fest, die elektrische Größen messen. CAT I eignet sich für Messungen an Schaltungen, die nicht mit dem Stromnetz verbunden sind. Das heißt, an batteriebetriebenen Geräten oder solchen mit externem Netzteil. Ein Notebook zählt noch dazu, ein PC mit internem Netzteil fällt dagegen in CAT II, die den größten Teil der elektrischen Einrichtung in einem typischen Haushalt umfasst. Ein CAT-II-Messgerät kann ein CAT-I-Modell ersetzen, aber nicht umgekehrt.

Werkzeug für Elektronikbastler und PC-Schrauber – die Grundausstattung

Die folgende Aufzählung listet die wichtigsten Werkzeuge für PC- und Elektronikarbeiten in alphabetischer Reihenfolge:

  • Abisolierzange
  • Flachrundzange, zum Halten und Führen feiner Teile, universell einsetzbar
  • Lötkolben, für feine Lötarbeiten eine Lötnadel mit 12-Volt-Anschluss (auch gut für Einsteiger), Lötzinn (bleifrei), Dritte Hand mit Lupe oder besser Lupenlampe am Tisch, Lötstein zum Säubern der Lötspitze
  • Multimeter
  • Pinzette mit feiner, geschliffener Spitze, teilweise in Werkzeugsets enthalten
  • Rundzange zum Biegen von Drahtösen, auch zum schonenden Abwinkeln bedrahteter Bauteile
  • Schraubendrehersatz: Schlitz grob: 2 bis 3 Millimeter, fein: 1 bis 1,8 Millimeter; Kreuzschlitz PH000 bis PH1 (Philips-Profil); speziell im PC-Bereich Sonderformen wie Torx.
  • Spannungsprüfer für alle Arbeiten, bei denen Netzspannung führende Leitungen freigelegt werden (benötigt man auch beim Tapezieren und Streichen)
  • Seitenschneider für harte Drähte (Piano-Draht), Elektronik-Seitenschneider für weiche Drähte bis etwa 1 Millimeter

Bildquelle: Fotolia / 115930884 / karinauvarova

 

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