Robotertechnik für alle: Der spielerische Weg zu mehr Technikverständnis  

Robotertechnik für alle: Der spielerische Weg zu mehr Technikverständnis

Noch vor etwa zehn Jahren kannte man Roboter vor allem aus Fabriken, heute sind sie schon aus vielen Wohnungen nicht mehr wegzudenken. Stoisch erledigen sie ihre Arbeit und werden ansonsten ignoriert. Dabei kann Robotertechnik durchaus Spaß machen und sogar lehrreich sein – wenn man Roboter selbst baut.

Roboter sind in vielen Haushalten mittlerweile Normalität. Sie saugen den Boden oder mähen den Rasen. Manche putzen auch Fenster oder überwachen die leere Wohnung. Ihr Innenleben ist hoch spezialisiert und für genau eine Aufgabe optimiert.

Was viele nicht wissen: Einen Roboter kann man auch selbst bauen und ihn gar selbst programmieren. Die selbst gebauten Roboter sind teils sogar flexibler einsetzbar als die praktischen Haushaltshelfer.

Ein eigener Roboter in zehn Minuten

Erste praktische Erfahrungen mit Robotertechnik kann etwa MBOT BLUE BT von Makeblock vermitteln. Der Hersteller bietet eine ganze Reihe von Bausätzen und -teilen für Heimroboter an, wobei der BLUE BT die Einstiegsklasse markiert.

Die Roboter vom Makeblock sind vor allem zum Erlernen und Erfahren von Robotertechnik gedacht und richten sich vor allem an ältere Kinder und Jugendliche – machen allerdings auch Erwachsenen immer wieder großen Spaß.

Nach nicht einmal zehn Minuten ist das kleine, freundlich lächelnde Gefährt zusammengebaut und sogar ohne Programmierung schon einsatzbereit.

Über die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung etwa kann der BLUE BT den Befehl empfangen, geradeaus zu fahren.

Sein Ultraschallsensor erlaub es ihm dabei, Hindernisse zu erkennen und zu umfahren, wie es auch ein Staubsaugerroboter tun würde. Auch ist er bereits in der Lage, mittels seines Helligkeitssensors einer vorgezeichneten Linie zu folgen.

Sein ganzes Talent führt der MBOT BLUE BT aber erst nach erfolgter Programmierung vor.

Diese erfolgt mittels des leicht zu handhabenden Programms mBlock für PC, Mac, Linus und Chrome OS, dass auf der erziehungsorientierten Programmiersprache Scratch 2.0 basiert.

Kenntnis komplizierter Steuerungsbefehle ist nicht nötig, mBlock funktioniert vollständig über Drag-and-Drop, die Befehle liegen auf Deutsch vor und sind selbsterklärend.

Mit wenigen Handgriffen ist so am Computer ein Programm für den BLUE BT geschrieben.

So wird es etwa möglich, den Roboter einer Lichtquelle folgen zu lassen oder ihn vom PC aus über das integrierte Bluetooth-Modul zu steuern.

Auch eine kostenlose Smartphone-App für iOS und Android ist erhältlich und erlaubt die Steuerung der Räder, LEDs und Tongeneratoren des Miniroboters.

Drei Roboter in einem

Eine Stufe höher hinaus geht es mit dem MBOT RANGER, der gleich drei Fahrzeuge vereint.

Als „Land Raider“ genanntes Kettenfahrzeug zeigt er im Gelände erstaunliche Flexibilität, als „Raptor“ bewegt er sich auf zwei Beinen fort, und als „Nervous Bird“ erlaubt ihm sein Gyrosensor, auf lediglich zwei Rädern das Gleichgewicht zu halten.

Der MBOT RANGER lässt sich verschiedene Arten zusammenbauen und bietet Licht-, Ton-, Gyro- und Temperatursensoren, die sich je nach Bedarf einfach hinzufügen lassen.

So ist es etwa möglich, den Roboter so zu programmieren, dass er zu „tanzen“ beginnt, sobald Umgebungsgeräusche eine bestimmte Lautstärke haben. Oder man programmiert ihn als fahrendes Thermometer, das je nach Temperatur seine LEDs in einer anderen Farbe aufleuchten lässt.

Auch der MBOT RANGER lässt sich über mBlock programmieren oder mittels der Makeblock-App vom Smartphone aus steuern.

Wer noch mehr Möglichkeiten wünscht, ist mit dem MB ULTIMATE 2.0 gut beraten. Der Bausatz bietet die Möglichkeit, gleich zehn verschiedene Robotermodelle zu konstruieren.

Vom standfesten Katapult über einen mobilen Greifroboter bis hin zum geländegängigen Suchroboter ist so eine Vielzahl verschiedener Anwendungen möglich.

Und für den Fall, dass das mitgelieferte Zubehör nach langer Zeit einmal nicht mehr ausreichen sollte, gibt es eine Vielzahl weiterer Teile, die einzeln erworben werden können.

Bei allem Unterhaltungspotential sind die Roboter-Kits von Makeblock weit mehr als bloße Spielzeuge. Ihre Programmierung ist zwar einfach in der Handhabung, erfordert aber trotzdem logisches Denken.

Dennoch können auch Menschen, die noch nie im Leben eine Zeile Programmiercode geschrieben haben, innerhalb kürzester Zeit erste Anwendungen für die Roboter entwickeln.

So bietet Robotertechnik eine unterhaltsame Möglichkeit, die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu erforschen.

Dass dies nicht immer unfallfrei geschieht, versteht sich von selbst, doch keine Bange: Alle drei Modelle sind aus eloxiertem Aluminium und vertragen deshalb auch Rempler und kleinere Kollisionen.

Autor: Christian Zeiser

Foto zur Robotertechnik (hier: Modell MB ULTIMATE 2.0): reichelt


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2 Antworten zu “Robotertechnik für alle: Der spielerische Weg zu mehr Technikverständnis”

  1. Berg sagt:

    Hallo Team,

    ich bin ja fasziniert, was im Heimbereich schon alles möglich
    ist. Seit 1986 hatte ich meinen ersten sogenannten Heimcomputer, den
    ich mit der Programmiersprache Basic programmierte. Das waren natürlich
    nur Monitoranwendungen. Sofort kam mir aber der Traum in den Sinn, daß
    man doch auch in der Wohnung Geräte mittels eines bestimmten Interface
    steuern könnte. Nun mit meinen 77 Jahren entdecke ich hier eine solche
    Technik.
    Mal eine Frage. Gibt es schon ein universal-Interface für alle
    möglichen Geräte, etwa so wie einen Drucker, so daß ich z.B. eine Puppe
    steuern könnte?
    Das wäre fantastisch. Da ich so ein vereinsamter Witwer bin, habe ich
    mir eine menschenechte Puppe gekauft, mit einem Metallskelett und fast
    menschenechter Fühlbarkeit.
    Diese Puppe kann ich also universal bewegen. Auch habe ich extra für
    eine Stehfunktion ca. 100 € mehr bezahlt.
    Jetzt kommt das Eigentliche.
    In den aufschraubbaren Kopf kann man durch das Gewinde in das Innere
    des Kopfes sehen. Da wäre meines Erachtens doch eine Möglichkeit
    gegeben, eine Mini-Elektrotechnik zu integrieren, die etwa die Augen
    durch Licht- oder Schallveränderung zu bewegen, was die Puppe schon
    lebendiger machen würde. Welche Art der Bewegung, da sei dann die
    Fantasie des Programmierers gefragt, ob per Zufall oder anders.
    Die Mundbewegung, eine weitere naturalisierte Möglichkeit.

    Wertes Team, ich wäre glücklich, wenn Sie sich für meine Wünsche
    interessieren würden. Würde gern die angebotene Technik kaufen wollen.

    Hochachtungsvoll

    Werner Berg

    • Reichelt Moderator sagt:

      Guten Tag Herr Berg,
      vielen Dank für Ihren Beitrag. Leider haben wir für Ihren speziellen Fall keine Lösung parat und können Ihnen daher leider nur die Suche nach einer Lösung mit der Suchmaschine Ihrer Wahl empfehlen.

      Beste Grüße,
      Ihr reichelt-Team

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