Red Pitaya – das Open-Source-Messgerät mit den vielen Möglichkeiten  

Red Pitaya – das Open-Source-Messgerät mit den vielen Möglichkeiten

Red Pitaya ist eine günstige Alternative zu gängigen Messgeräten. Das Gerät hat Kreditkartenformat und ist frei programmierbar. Es lässt sich mit Smartphone, Tablet oder Computer verbinden und dann bspw. als Oszilloskop, Funktionsgenerator und Spektrumanalysator einsetzen.

Red Pitaya ist ein Open-Source-Gerät. Das bedeutet, dass die Funktionen frei programmiert werden können und eine Vielzahl bereits erstellter Programme kostenlos im Internet verfügbar ist. In Kombination mit Smartphone, Tablet oder PC sowie einem oder mehreren Tastköpfen steht so ein vielseitiges Messgerät zur Verfügung, das mehrere deutlich teurere Einzelmessgeräte ersetzt.

Red Pitaya basiert auf Linux

Das Red Pitaya arbeitet mit einem auf GNU/Linux basierenden Betriebssystem und wird in ein Netzwerk integriert. Über verschiedene Software-Schnittstellen ist eine individuelle Programmierung möglich. Für sämtliche Messvorgänge steht über einen Webdienst eine Bedienoberfläche als HTML-Seite zur Verfügung. Über sie ist die Steuerung und Dokumentierung der Messungen am Computer oder mobilen Gerät möglich.

Die zentrale Red-Pitaya-Einheit hat zwei integrierte analoge HF-Ein- und Ausgänge sowie 16 allgemeine Ein- und Ausgangsports. Darüber hinaus ist die Platine mit einer Micro-USB-Buchse für den Konsolenanschluss, einem Micro-SD-Kartenslot, einer RJ45-Buchse für Ethernet sowie einem USB-Anschluss ausgestattet. Red Pitaya kann Funkfrequenzsignale empfangen und generieren. Zudem vereint das Gerät die FPGA-Technologie (Field Programmable Gate Array) mit digitaler Signal- und CPU-Verarbeitung. Die Bandbreite beträgt 50 MHz.

Im Internet findet man über „Bazaar Cloud Marketplace“ und „Backyard“ alles, was für den Einsatz des Red Pitaya erforderlich ist. Der „Bazaar Cloud Marketplace“ bietet eine Reihe von Open-Source-Anwendungen für die Test- und Messtechnik (zum Beispiel für ein Oszilloskop oder einen Spektrumanalysator) für den kostenlosen Download. Im Forum „Backyard“ bekommt man von der Community Hilfe.

Durch die vielen Möglichkeiten des Red Pitaya eignet sich die Messplattform hervorragend für die Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik sowie für Forschungs- und Ausbildungszwecke.

Einfache visuelle Programmierung

Wer Red Pitaya programmieren will, muss kein Computerexperte sein. Es gibt eine einfach gehaltene visuelle Programmierung, mit der auch Nutzer ohne Vorkenntnisse Messprogramme erstellen können – und das innerhalb weniger Minuten. Das System setzt sich aus Blöcken zusammen, die jeweils für eine einfache Funktion stehen. Sie lassen sich per Drag-and-drop an der gewünschten Stelle auf dem Bildschirm platzieren – und schon wird die gewünschte Funktion im Messvorgang ausgeführt.

Es gibt zum Beispiel Sensorblöcke, um Temperaturen, Feuchtigkeit, UV-Licht, Druck, Töne und mehr zu messen. Andere Blöcke ermöglichen die Ansteuerung von Aktoren und Anzeigen, etwa LEDs und Displays. Weitere Blöcke dienen dazu, die Weiterleitung und das Teilen von Messergebnissen und Statusmeldungen zu organisieren – wie den Versand per E-Mail oder das Posten auf Facebook. Zusätzlich kann die Bedienoberfläche auf diese Weise mit Grafikelementen (Skalen, Digitalanzeigen, Schieberegler u. a.) gestaltet werden.

Fortgeschrittene Programmierer können die visuelle Darstellung auch als Code-Translator nutzen. Sobald ein Block eingefügt wurde, kann mit der „Show Code“-Funktion angezeigt werden, wie der Ablauf in sechs verschiedenen Programmiersprachen aussehen würde.

Bildquelle
Red Pitaya

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