Das passende Patchkabel für jede Anwendung  

Das passende Patchkabel für jede Anwendung

Trotz des Siegeszuges drahtloser Funkverbindungen sind Netzwerkkabel sowohl bei der privaten Heimvernetzung, der Bürovernetzung oder auch im industriellen Einsatz nicht wegzudenken. Doch Netzwerkkabel ist nicht gleich Netzwerkkabel.

Bestehen die Innenleiter beispielsweise nicht aus Kupfer, sondern aus einem minderwertigen Material, hat dies Einfluss auf die Signalqualität und die maximale Übertragungslänge des Kabels. Ist das Netzwerkkabel nicht gut abgeschirmt, können weitere Kabel, die parallel geführt werden, die Signalqualität beeinflussen.

Prinzipiell lassen sich Patchkabel je nach Kategorie in Leistungsklassen einordnen. Doch nicht alle eigenen sich für alle Anwendungsbereiche.

Von Anforderungen, Störfaktoren und Leistungsklassen

Robustheit, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit sind bei qualitativ hochwertigen Netzwerkkabeln grundlegende Merkmale. Darüber hinaus sollten Sie sich vor dem Kauf neben des passenden Kabeltypen und der entsprechenden Kabelkategorie Gedanken um die Abschirmung, die Kabellänge, Ausfallsicherheit sowie die passenden Stecker und Kontakte machen.

Prinzipiell ist die Kabellänge auf 100 Meter begrenzt, allerdings spielt dabei auch die Dämpfung eine wichtige Rolle – je höher, umso mehr wird die Maximallänge aufgrund des Leistungsabfalls verkürzt. Je geringer die Dämpfung, desto höher die Geschwindigkeit sowie die Übertragungsqualität. Darüber hinaus werden Störfaktoren mittels Kabelabschirmung weitestgehend ausgeschaltet.

 

Ungeschirmte Kabel

Wählen Sie ein ungeschirmtes Kabel (U/UTP), sollte es nicht länger als zehn Meter sein – hier hängt die Übertragungsqualität maßgeblich von der Länge ab. Dafür sind diese kunstoffummantelten Kabel dank ihrer Biegsamkeit flexibler zu verlegen, allerdings sollten sie sich stets in einem gewissen Abstand zu Stromkabeln befinden.

 

Geschirmte Kabel

Bei einfach geschirmten Patchkabeln (S/UTP) schützen unter dem Kunststoffmantel liegende Kupfergeflechte vor Störungen. Eine weitere Alternative für einfach geschirmte Kabel sind FTP-Kabel, bei denen die Aderpaare geschützt sind. Besonders zu empfehlen sind allerdings Modelle mit doppelter Schirmung (S/STP oder S/FTP) – hier sind die Adern durch Kupfergeflechte geschützt.

Kleine Kabelkunde

Netzwerkkabel unterscheidet man hinsichtlich ihres Typs in Patchkabel, Verlegekabel und Crossoverkabel: Während das Patchkabel (in seiner gebräuchlichsten Art Twisted-Pair-Kabel) den Computer mit Hub, Switch oder Router verbindet und die Basis für den Aufbau eines Netzwerkes bildet, kann man mithilfe von Crossoverkabeln, bei denen sich zwei Adernpaare kreuzen, zwei PCs ohne einen zwischengeschalteten Router oder Switches miteinander verbinden.

Dickere Verlegekabel kommen dann zum Einsatz, wenn es um den Aufbau langfristiger Netzwerkinfrastruktur geht, bei der längere Strecken mit relativ geringen Qualitätseinbußen genommen werden müssen.

Die Leistungskategorien und ihre Einsatzgebiete

Hat man sich für den passenden Kabeltyp entschieden, sollte ein Auge auf die Leistungsklasse gelegt werden, die sich in den Kategorien (Cat) 1 bis 7 niederschlägt. Hierbei ist zu beachten, dass höhere Kategorienklassen automatisch die Leistungsparameter aller darunter liegenden Kategorien von Netzwerkkabeln mit abdecken. Für jede einzelne Kategorie sind spezifische Anforderungskriterien definiert worden.

Während die Kabel der Cat 1 bis 4 heute kaum mehr noch eine Rolle spielen, sind Modelle der Cat 5 und 6 sowie bisweilen 7 weitaus gebräuchlicher.

 

Cat 1 und Cat 2

Die Kabel der Kategorie 1 waren ursprünglich für Betriebsfrequenzen von maximal 100 MHz ausgelegt und zur reinen Sprachübertragung bei der Telefonie geeignet. Cat-2-Kabel für Betriebsfrequenzen von bis zu 1,5 MHz fanden in der Hausverkabelung bei ISDN-Primärmultiplexanschlüssen Verwendung.

 

Cat 3 und Cat 4

Bei Kabeln aus der Kategorie 3 und 4 sprechen wir bereits von Frequenzen von 16 MHz und 20 MHz, allerdings findet man diese LAN-Kabel heute maximal noch bei Altinstallationen – sie werden heute durch Cat 5-, -6- und -7-Modelle ersetzt.

 

Cat 5

Cat-5-Kabel sind ideal für die strukturierte Netzwerkverkabelung von Rechnern und eigenen sich für Fast- oder Gigabit-Ethernet. Da verwundert es kaum, dass man die Modelle dieser Leistungsklasse, die für Betriebsfrequenzen von 100 MHz ausgelegt sind, in den meisten Installationen vorfindet. Sie ermöglichen eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 1000 Mbit/s, was der maximalen Übertragungsrate der gängigsten Netzwerkgeräte im privaten Haushalt entspricht, wie etwa Smart-TV, NAS oder Netzwerkdrucker.

 

Cat 6, Cat 7 und Cat 8

Standardkabel der Kategorie 6 sind für Frequenzen von bis zu 250 MHz ausgelegt, Modelle der Kategorie 6a sogar auf 500 MHz; allerdings nimmt die höchstmögliche Übertragungsgeschwindigkeit proportional zur Länge des Kabels ab. Diese ist auf 100 Meter begrenzt. Durch zwischengeschaltete Switche kann aber die Reichweite von rund 50 Metern erhöht werden. Darüber hinaus steigen die Anforderungen in Bezug auf die Unterdrückung von Rauschen und weiteren akustischen Störungen. Man nutzt sie in der Regel für alle Sprach- und Datenübertragungen sowie für ATM- und Multimedia-Netze.

Kabel der Kategorien 6 und Cat 7 übertragen Daten mit bis zu 10 Gbit/s und sind damit ihrer Zeit bereits voraus. Wer also bei Neuinstallationen auf Nummer sicher gehen will und heute schon an den Datenhunger zukünftiger Netzwerkgeräte denken möchte, sollte auf solche Modelle setzen. Noch schneller sind CAT-8-Kabel mit 1600 bis 2000 MHz, die theoretisch eine Geschwindigkeit bis zu 40-Gbit/s erreichen.

Wichtig ist hier einmal mehr die Abschirmung oder auch der nötige Abstand zwischen weiteren Kabeln, um gegenseitigen Störeinflüssen Einhalt zu gebieten. Diese teure Kabelvarianten lohnen sich zumeist dann, wenn aufwendige Installationen im Haus anstehen oder man auf einen späteren Kabeltausch verzichten möchte. Als Steckverbindung dienen in der Regel RJ45-Stecker mit Ausnahme von Cat-7a-Kabel, die einen GG45-Stecker erfordern.

 

Titelbild: Adobe Stock #104126878, pixelnest


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2 Antworten zu “Das passende Patchkabel für jede Anwendung”

  1. Zsuzsanna Meckelburg sagt:

    Super. Wissen . Technik
    Sicherheit sehr wichtig .

  2. Zsuzsanna Meckelburg sagt:

    Super Technik

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