Lumen, Lichtfarbe und Natürlichkeit: Das müssen Sie über LED-Lampen wissen  

Lumen, Lichtfarbe und Natürlichkeit: Das müssen Sie über LED-Lampen wissen

Sie sind robust, langlebig, energieeffizient, schadstoffarm, leistungsstark – und sie werden immer preiswerter: LED-Leuchtmittel haben ihre einstigen Konkurrenten – Glühbirne, Halogenleuchte und Energiesparlampe – ins Aus geschossen. Zurecht, denn sie punkten mit einer höheren Lichtausbeute und einem Vielfachen der bislang üblichen Leuchtdauer. Allerdings gilt es beim Kauf einer LED-Lampe einige Parameter zu beachten.

Lumen statt Watt

Der Lichtstrom ist einer der wichtigsten Anhaltspunkte, wenn es um Leuchtmittel geht. Je höher der Lumenwert, desto heller strahlt die Lampe. Wer sich an der Lichtleistung der alten Glühbirnen orientieren will, der kann sich folgende Richtwerte merken: Eine Glühlampe von 25 Watt entspricht in etwa einer LED mit 215 bis 230 lm, 40 Watt entsprechen 410 bis 430 lm, 60 Watt wären 700 bis 750 lm und 75 Watt 910 bis 970 lm.

Doch nicht nur in der Leistungsstärke unterscheiden sich LEDs von den altgedienten Glühbirnen, denn mit einer einfachen Phasenschnittsteuerung lassen sich die Leuchtdioden in der Regel nicht dimmen. Hier erfahren Sie, unter welchen Umständen das Dimmen dennoch möglich ist. Denn um verschiedene Lichtstimmungen zu erzeugen, sind Dimmer schlichtweg ideal.

 

Punktuelle Spotlights vs. großflächige Ausleuchtung

Wie die Intensität des Lichtes wahrgenommen wird, bestimmt die Lichtstärke in Abhängigkeit des Abstrahlwinkels des Leuchtmittels. Gemessen wird diese Komponente in Candela (cd). Möchten Sie also im Raum vereinzelte Akzente setzen, empfiehlt sich etwa ein Abstrahlwinkel von 30 Grad, sodass ein schmaler Lichtkegel entsteht. Je größer der Öffnungswinkel, desto besser für großzügig geschnittene Räume: eine gute Ausleuchtung erzielen Sie mit einem Winkel von über 100 Grad.

 

Täuschend echte Farben

Für die Natürlichkeit des Lichtes ist der Ra-Wert entscheidend – je höher dieser ist, desto besser. Gute Farbwiedergabeeigenschaften erzielen Sie bereits mit LED-Lampen ab einem Ra-Wert von 80. Für gehobene Ansprüche empfiehlt sich ein Ra-Wert von 90. Shop-Betreiber, Designer oder Make-up-Artists erzielen so eine Ausleuchtung, die möglichst nahe am natürlichen Tageslicht liegt. Das Maximum von Ra 100 wird allerdings am ehesten mittels Halogenlampen erzielt.

 

Kelvin – Das passende Licht für jeden Anwendungsbereich

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Farbtemperatur, die in Kelvin gemessen wird. Das weiße Licht der Leuchtdioden kann verschiedene Tönungen aufweisen, da nicht alle Frequenzen des natürlichen Lichtes im Leuchtmittel enthalten sind. Wie warm (rötlich) oder kalt (bläulich) also das Licht der LED empfunden wird, bestimmt der Kelvin-Wert.

Die als warm empfundenen Farben weisen eine niedrige Farbtemperatur auf, die kühlen Farben einen dementsprechend hohen. Prinzipiell gilt: Je kühler das Licht, desto anregender wirkt es auf uns, während Warmweiß unseren Körper dazu anregt, das Schlafhormon Melatonin zu produzieren. Der Kelvin-Wert ist daher essentiell für die Ausleuchtung der verschiedenen Wohnbereiche. Fernsteuerbare RGB-Lampen und Smart LEDs lassen zu, dass Sie die Lichtfarbe sogar ihrem entsprechenden Gemütszustand nach anpassen können. Wahlweise können Sie die diversen LED-Lampen mit unterschiedlichem Weißlicht auch beliebig komponieren. Der Wert der Leuchtmittel reicht von etwa 2700 Kelvin bis 8000 Kelvin.

Warmweißes Lichtmittel wirkt gelblich bis rötlich und erinnert uns an einen Sonnenuntergang, daher entfaltet es dort seine Wirkung am besten, wo es gemütlich sein soll – im Wohn- oder Schlafzimmer etwa. Das neutralweiße Licht wirkt so sachlich, wie der Name vermuten lässt: Hier lassen sich Kontraste und Details natürlich deutlicher erkennen – ideal daher für Bäder, Küchen oder Hobbyräume. Eine Beleuchtung unter Tageslicht empfiehlt sich insbesondere für Arbeitsumgebungen, da der höhere Blauanteil die Konzentration fördert.

 

Die Lichtfarben und unsere Anwendungsempfehlungen im Überblick

Kaltweiß bei 5400 K und mehr:

LEDs mit diesem Wert empfinden wir als anregend, nüchtern und kühl. In diesen Umgebungen fällt es uns leicht, uns zu konzentrieren. Diese Lichtfarbe ist perfekt für Büros oder Arbeitszimmer, Auslagen oder auch Krankenzimmer

Kaltweiß bei 4000 K:

Dieser Wert erscheint uns kühl wie das Mondlicht, dennoch wirkt es auf uns einladend und weitestgehend neutral – ideal für Flure, Bäder, Hobbyräume oder, im geschäftlichen Bereich, Arztpraxen

Warmweiß bei 3000 K:

Der typische Wert einer Halogenlampe wirkt auf uns wohnlich, unaufdringlich und ist ideal für eine hellere Wohnbeleuchtung

Warmweiß bei 2700 K:

Dieses Licht kennen wir von unserer alten 60 Watt Glühbirne. Die LED spendet uns behagliches Licht für Wohnräume und die Ausleuchtung von Möbelstücken.

Warmweiß bei 1500 K:

Mit der Wirkung einer Kerze sorgen wir bei dieser Lichtfarbe für ein gedämpftes Ambiente, perfekt für Umgebungen wie Wohn- oder Schlafzimmer.

Titelbild: Fotolia, #100442820, magneticmcc

 

2 Antworten zu “Lumen, Lichtfarbe und Natürlichkeit: Das müssen Sie über LED-Lampen wissen”

  1. LED2WORK sagt:

    Hallo,

    erst einmal ein großes Lob an Ihren Artikel, der wirklich informativ und journalistisch wertvoll ist.

    Ergänzen würden wir gerne, das LED Leuchten und Leuchtmittel auch folgende weitere Vorteile bieten:

    – die Lebensdauer ist schaltungsunabhängig
    – besonders stromsparend und effizient
    – die Leuchtdioden ermöglichen besondere und kunstvolle Formen

    Evtl. mögen Sie dies auf Ihrem Artikel ergänzen? Ansonsten auch Ihnen weiterhin viel Erfolg und viele Grüße vom
    Team LED2WORK

  2. F.ha sagt:

    Tja. Es gibt LED die im privaten Umfeld zum Teil länger funktionieren – aber keine hat bisher so lange gehalten wie es auf der Packung steht.
    Schön wäre auch, wenn ich dieses Jahr eine “ Birne “ kaufe, daß es diese auch im nächsten Jahr noch gibt.
    Schön wäre auch, wenn dann das Licht daraus auch aussehen würde wie aus der ersten “ Birne“. Funktioniert meistens nicht.
    Und dann – alte Glühlampe raus – neue LED rein – dimmen kann funktionieren – muß es aber nicht. Bei manchen Funzeln ist dann auch dimmen nicht mehr nötig.
    Schaltungsunabhängig ?? Warum steht dann auf einigen Packungen – nicht für elektronische Schaltung geeignet ? –
    Es gibt also aus Anwendersicht , meiner Meinung nach, noch sehr viel zu tun.

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