AMD Chipsätze im Check  

AMD Chipsätze im Check

Der Chipsatz hat großen Einfluss auf die Gesamtleistung des Computersystems, denn er steuert als zentrales Element auf dem Motherboard den Datenfluss zwischen Prozessor, Arbeitsspeicher, Bussystemen und den Controllern der internen und externen Schnittstellen. Die Wahl des richtigen Chipsatzes entscheidet darüber, welche Komponenten in einem Computersystem verwendet werden können.

Bei der Zusammenstellung eines Desktop-PCs liegt der Fokus auf der Auswahl des passenden Mainboards mitsamt des dazugehörigen Chipsatzes, der wiederum alle Komponenten des PCs, wie Arbeitsspeicher, SSD, Grafikadapter und die CPU miteinander verbindet. Die CPU ist auf einem Sockel angebracht. Hierbei ist darauf zu achten, dass CPU-Sockel und Chipsatz des Mainboards zur jeweiligen CPU passen.

Auswahlkriterien für Chipsätze

Bei der Auswahl der passenden Chipsätze sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • PCIe-Version: PCIe (PCI Express) meint den Standard, nach dem die internen Leitungen Daten zwischen CPU, OnBoard-Controller und weiteren Geräten, wie etwa einem Grafikadapter, übertragen. PCIe 4.0, die aktuelle Version, ist ungefähr doppelt so schnell wie PCIe 3.0. Darüber hinaus gilt es auch zu betrachten, wie viele Lanes (Leitungen) der entsprechenden PCIe-Version es gibt.
  • Anbindung Chipsatz/ CPU: Je schneller die Verbindung zwischen CPU und Chipsatz, umso mehr Leistung steht für die Kopplung von Geräten an den Chipsatz zur Verfügung.
  • PCIe per CPU: beschreibt die Anzahl der PCIe-Lanes, an welche Grafikadapter angeschlossen werden können.
  • USB 3.2 Gen 1 (ursprünglich 3.0) bzw. Gen 2 (ursprünglich 3.1): beschreibt die Anzahl der unterstützten USB-Anschlüsse mit bis zu 5 bzw. 10 GBit/s
  • Übertaktung der CPU: Mittels Übertaktungsfunktionen lässt sich die Leistung der Hardware erhöhen.

AMD-Chipsätze der alten und neuen Generation im Vergleich

Das Chipset legt außerdem fest, ob das Mainboard eine Übertaktung des Prozessors zulässt. Bei AMD unterstützen fast alle Chipsätze die Übertaktung der CPU, obwohl die Mainboards Unterschiede in Bezug auf ihre Anschlussmöglichkeiten aufweisen.

Die aktuellen AM4-Mainboards sind mit den Chipsätzen B550, B450 und B350 sowie den High-End-Varianten X370, X470 und X570 erhältlich. Von ein paar Ausnahmen abgesehen lassen sich nahezu alle AMD-CPUs mit den verfügbaren AMD-Chipsätzen kombinieren.

Wer sich für den Kauf von Boards älterer Generationen entscheidet, sollte unbedingt auf die Kompatibilität achten: Ein Manko dieser Vorgängermodelle ist nämlich, dass für die Verwendung neuerer CPUs erst ein BIOS-Upgrade benötigt wird.

Der B550– ist im Vergleich zum X570-Chipsatz die preisgünstigere Variante. Neben der geringeren Anschlussvielfalt ist ein weiterer Nachteil der einzelne PCIe-4.0-SSD-Steckplatz. Dagegen bietet das X570er-Board die Möglichkeit, zwei NVMe-SSDs nach dem neuesten Standard unterzubringen.

Wer auf ein starkes Übertakten der Ryzen-Top-Modelle Wert legt, für den ist ebenfalls die X570-Variante die bessere Wahl.

Ein Minuspunkt ist hier allerdings die aktive Kühlung, die aufgrund des hohen Strombedarfs des Chipsatzes bei fast allen Mainboards unumgänglich ist. Die ressourcensparenden B550-Boards hingegen kommen mit Passivkühlern aus.

Mainboards auf Basis des B550-Chipsatzes sind aufgrund ihres attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses insbesondere für Anwender interessant, die keine Spezialanforderungen haben aber dennoch Wert auf eine solide Rechenleistung legen. Sie unterstützen im Gegensatz zu X570-Boards nur Prozessoren der Zen-3-Architektur und Ryzen-Prozessoren der dritten Generation – jedoch keine CPUs der älteren Zen- und Zen+-Generationen.

Mainboards mit X470- und X370-Chipsatz sind in der Ausstattung nahezu identisch mit X570-Boards, verzichten aber auf PCIe 4.0 und sind dafür kostengünstiger sowie ressourcensparender im Betrieb.

Die Boards mit B450– und B350-Chipsatz sind nochmals eine Stufe unter den X-Chipsätzen angesiedelt, eignen sich aber dennoch für den überwiegenden Teil der Mainstream-Anwender, da sie über ausreichend Anschlüsse verfügen und ebenfalls ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Die Generationen in der Vergleichsübersicht

 X570X470X370B550B450B350
Anbindung ChipsatzPCIe 4.0 x4PCIe 3.0 x4PCIe 3.0 x4PCIe 4.0 x4PCIe 3.0 x4PCIe 3.0 x4
Verfügbare PCIe Lanes4.0 x162.0 x82.0 x83.0 x102.0 x62.0 x6
USB 3.2 Gen 2 (ursprünglich 3.1)822222
USB 3.2 Gen 1 (ursprünglich 3.0)066222
USB 2.0466666
SATA III444422
SATA Express02x oder 4x SATA oder 4x NVMe Gen 32x oder 4x SATA oder 4x NVMe Gen 302x oder 4x SATA oder 4x NVMe Gen 32x oder 4x SATA oder 4x NVMe Gen 3

Empfehlung für anspruchsvolle Nutzer

Die aktuellen AMD-Chipsätze B550 und X570 sind ideal für die CPU-Übertaktung, sodass beispielsweise Gamer die maximale Leistung aus dem System holen können.

Darüber hinaus wurden die Spannungswandler gegenüber den älteren Mainboards verbessert, wodurch ebenfalls eine höhere Leistung erzielt werden kann: Denn abhängig vom gewählten System ist die CPU in der Lage, den CPU-Boost länger zu halten bzw. bessere Overclocking-Werte zu erreichen. Dank der PCIe-4.0-Kompatibilität lässt sich in Verbindung mit der passenden Grafikkarte nochmals mehr Leistung herausholen.

Speziell für Visual-Effect-Grafiker, Datenwissenschaftler und Videospezialisten entwickelt, bietet das AMD TRX40-Chipset dank PCIe-4.0-Konnektivität vielfältige Erweiterungsmöglichkeiten für anspruchsvolle Multi-GPU- und NVMe-Arrays. Mit Vierkanal-DDR4, verfügbarer ECC-Unterstützung und freigeschalteter Übertaktung punktet das Chipset insbesondere bei Anwendern, die auf massive Rechenleistung angewiesen sind. Darüber hinaus lässt sich in einem AMD-System mit einem TRX40-Chipsatz eine CPU mit 64 Kernen verbauen, was insbesondere beim Videorendering ein großer Vorteil sein kann.

Empfehlung für Anwender im B2B-Umfeld

Da im B2B-Bereich normalerweise Overclocking-Potenziale kein Kriterium sind, empfehlen sich hier insbesondere die B450- und B550-Mainboards. So bietet beispielsweise der B550-Chipsatz alle Funktionen, die für einen guten Büro-PC von Bedeutung sind. Ein kleiner Nachteil ist die derzeit noch relativ eingeschränkte CPU-Auswahl. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt auch hier die etwas hochpreisigere Variante X570: Das aktuelle AMD-Spitzenmodell ist auch kompatibel zu älteren CPU-Serien. Im Regelfall sollte ein B-Modell jedoch für die meisten Alltagsanwendungen genügen.

 

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