Multiroom-Audio: So bringt der Raspberry Ihre Lieblingssongs in jeden Raum  

Multiroom-Audio: So bringt der Raspberry Ihre Lieblingssongs in jeden Raum

Sie möchten Musik und gute Laune in der ganzen Wohnung verbreiten? Mit einem Multiroom-Audio-System auf Basis von Raspberry-Pi-Computern ist das ganz einfach möglich – und gar nicht teuer.

Geeignet für: Einsteiger
Zeitaufwand: circa eine Stunde
Budget: circa 360 Euro für die Beschallung von drei Räumen
Das brauchen Sie: dreimal das Bundle RASP M2P BDL 2 (Raspberry Pi, Gehäuse, Netzteil, Soundkarte, SD-Karte mit Max2Play) für den Anschluss an einen Verstärker oder Aktivlautsprecher
Kann erweitert werden mit:
RASP M2P BDL 4 für Lautsprecher oder Verstärker mit S/PDIF-Eingang, RASP M2P BDL 6 für den direkten Anschluss an Lautsprecher
Das benötigen Sie außerdem: Computer mit Browser, Internetanschluss, kleine Zange, externe Festplatte oder NAS für die Musik

Im Folgenden finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um mehrere Raspberry Pi zu Abspielstationen Ihres Multiroom-Audio-Systems zu machen. Ein Mini-PC dient dabei als Musikserver: Über ihn steuern Sie, welche Songs auf welchem Player gespielt werden.

 

Schritt 1: Hardware vorbereiten

max2play-Raspi mit Soundkarte im Gehäuse - Alternativbild

Um den Raspberry Pi mit aufgesetzter Soundkarte ins Gehäuse zu setzen, müssen Sie vorsichtig eine Lasche am Gehäuse abbrechen.

Stecken Sie die Max2Play-Karte in den Kartenslot des Raspberry und die Erweiterungskarte HiFiBerry auf die GPIO-Leiste. Dann setzen Sie den Raspberry Pi in das schützende Gehäuse. Dazu müssen Sie zuvor eine der vorbereiteten Plastiklaschen abbrechen, damit die Anschlüsse der Soundkarte Platz haben. Verbinden Sie die Soundausgänge mit einem Verstärker oder Aktivlautsprechern, stecken Sie das Netzteil für den Raspberry aber noch nicht ein.

 

 

Schritt 2: Für die Netzwerkverbindung sorgen

Wlan-Taste an der Fritzbox

Wollen Sie den Raspberry Pi per WLAN mit dem Router verbinden, müssen Sie am Router WPS aktivieren. Bei einer Fritzbox funktioniert recht einfach über die WLAN-Taste.

Wenn Sie eine Ethernet-Verkabelung haben, schließen Sie diese am Raspberry an. Für WLAN aktivieren Sie bei Ihrem Router WPS. Bei einer Fritzbox drücken und halten Sie dazu die Taste „WLAN“, bis die LED zu blinken beginnt. In der Regel können Sie den WPS-Modus auch über die Router-Oberfläche im Browser starten.

 

Achtung: Nach dem Aktivieren von WPS haben Sie nur wenige Minuten Zeit, bis sich der Modus von selbst wieder ausschaltet. Bereiten Sie also alles so vor, dass nicht zu viel Zeit zwischen Aktivierung und dem Einschalten des Raspberry vergeht.

Schritt 3: Raspberry Pi einschalten

Stecken Sie die Stromversorgung an. Ihr Mini-Computer sollte mit einer dauerhaft leuchtenden roten LED zeigen, dass er eingeschaltet ist. Die grüne LED blinkt, weil beim Starten viele Lesezugriffe auf die Speicherkarte erfolgen. Im WLAN-Betrieb bucht sich der Raspberry während des Hochfahrens dank WPS automatisch ins Heimnetzwerk ein.

Schritt 4: Weboberfläche aufrufen

max2play-Namen vergeben und Lizenz eintragen

Über das Webinterface geben Sie der Raspberry-Station einen individuellen Namen und aktivieren die Lizenz von Max2Play.

Rund eine Minute nach dem Einschalten des Raspberry können Sie auf einem PC oder Tablet mit einem Browser über die Adresse „http://max2play“ auf die Max2Play-Bedienoberfläche zugreifen. Gehen Sie zum Punkt „Einstellungen/Reboot“ und geben im Feld „Playername“ einen Namen ein, der den Max2Play-Raspberry am besten bezeichnet, wie etwa „Wohnzimmer“. Im Feld darunter tippen Sie die Kennung der Max2Play-Premiumlizenz für dieses Gerät ein. Überprüfen Sie die Korrektheit der Einstellung bei „Sprache/Zeitzone“ und klicken Sie dann auf den Knopf „Einstellungen speichern“.

 

Schritt 5: Lizenzaktivierung prüfen und Raspberry neu starten

Nun erhalten Sie in einer gelben Box einige Meldungen bezüglich der vorgenommenen Veränderungen. Das Feld für die Aktivierung sollte von Rot auf Grün gewechselt sein. Verwenden Sie den Knopf „Neustart“ in der Rubrik darunter, damit die Namensänderung greift.

Schritt 6: Den Raspberry Pi mit seinem Namen ansprechen

Nach dem Start sehen Sie im Browser die Meldung „Reboot erfolgreich“. Das klappt trotz der Namensänderung, weil die Weboberfläche automatisch auf die Verwendung von IP-Adressen statt Namen umgeschaltet hat. Geben Sie in der Adresszeile Ihres Browsers trotzdem testweise den Namen ein, also zum Beispiel „http://wohnzimmer“. Die Verwendung des Namens sollte unbedingt funktionieren, damit Sie später die einzelnen Geräte Ihres Multiroom-Audio-Systems richtig adressieren können. Falls das nicht der Fall ist, wiederholen Sie das Prozedere.

Schritt 7: Soundkarte auswählen

max2play-Soundkarte wählen

In den „Raspberry Einstellungen“ wählen Sie Ihre Soundkarte aus.

Gehen Sie zum Menüpunkt „Raspberry Einstellungen“. Dort haben Sie als Option die Auswahl der Soundkarte. Wählen Sie aus der Liste den passenden Eintrag, zum Beispiel „HiFiBerry DAC+“ für die Karte mit dem Cinch-Ausgang aus dem Bundle RASP M2P BDL 2, und klicken Sie auf „Speichern“. Die Schieber darunter für die Lautstärke müssen Sie nicht einstellen, das passiert automatisch. Führen Sie einen weiteren Neustart durch.

 

 

Schritt 8: Player-Plug-in installieren

max2play-Player-Plugin installieren

Auf allen Geräten, die Musik spielen sollen, müssen Sie das Plug-in „Audioplayer“ installieren.

Gehen Sie zum Menüpunkt „Einstellungen/Reboot“ und suchen Sie die Überschrift „Plugin Konfiguration“. Hier sehen Sie im linken Kasten alle verfügbaren, aber inaktiven Software-Module. Rechts befinden sich die aktuell laufenden. Wählen Sie „Audioplayer“ aus und dann den Pfeil-Knopf, sodass der Eintrag nun rechts auftaucht. Klicken Sie zum Abschluss auf „Speichere Plugin Konfiguration“. Nach ein paar Sekunden ist das Modul aktiv.

 

Schritt 9: Squeezebox-Player starten

max2play-Squeezelite starten

Im Menü „Audioplayer“ starten Sie den Player Squeezelite und sorgen für dessen automatischen Start.

Unter „Audioplayer“ sind mehrere Player für verschiedene Protokolle vereint. Mit der Installation wird aber keiner davon automatisch gestartet. Um das nachzuholen, verwenden Sie den Menüpunkt „Audioplayer“ und klicken auf den allerersten Knopf „Squeezelite starten“. Damit die Abspielsoftware immer automatisch nach dem Hochfahren des Raspberry loslegt, aktivieren Sie die Checkbox „Autostart Squeezelite“ und speichern die Einstellung.

Wenn dieser Raspberry des Mulitroom-Audio-Systems nur als Abspielgerät dienen, sind Sie fertig. Mehr als ein laufender Player und die richtige Einstellung der Soundkarte sind nicht nötig. Der Raspberry Pi, der als Server Ihres Multiroom-Audio-Systems liefern soll, benötigt aber weitere Software. Wenn Sie eine USB-Festplatte als Musikquelle verwenden möchten, dann sollten Sie diese nun an Server-Raspberry anschließen. Er dient dann als Multiroom-Audio-Zentrale.

Schritt 10: Installation der Server-Software vorbereiten

max2play-Startoption Erweitert

Auf der Startseite der Max2Play-Oberfläche wählen Sie für den Server-Raspberry die Grundkonfiguration für den Multiroom-Betrieb aus.

Gehen Sie zur Startseite der Max2Play-Oberfläche und wählen Sie als „Bevorzugte Einstellung“ die zweite dargebotene Option „Erweitert“ für den Multiroom-Betrieb. Klicken Sie zum Speichern auf den blauen Knopf. Wieder kommt ein gelbes Meldungsfenster, das Sie unter anderem darauf hinweist, dass ein Neustart nötig ist. Den lösen Sie per Klick auf den angebotenen Link aus.

 

 

 

Schritt 11: Squeezebox-Musikserver im Multiroom-Audio-System installieren

max2play-Squeezebox Server starten

Die Player arbeiten nun mit der Server-Version 7.9 von Squeezebox zusammen.

Durch die Installation des Squeezebox-Servers hat das Hauptmenü einen gleichnamigen Eintrag erhalten. Wählen Sie ihn an. Klicken Sie auf „Zeige verfügbare Versionen“ und wählen Sie dann aus der nun gefüllten Listbox den Eintrag „Nightly 7.9“ aus. Das ist derzeit die beste Wahl. Danach nutzen Sie den Knopf „Starte Installation von Squeezebox Server“, um die Installation zu beginnen. Warten Sie, bis die gelbe Meldungsbox von selbst verschwindet. Die Installation kann je nach Internet-Geschwindigkeit bis zu zehn Minuten dauern!

Schritt 12: Squeezebox-Server einrichten

Wenn die gelbe Meldungsbox verschwunden ist, wurde die Installation erfolgreich durchlaufen. Das System sollte melden, dass der Server ausgeführt wird. Klicken Sie dann auf den großen blauen Knopf, der zur Verwaltung des Servers in einem neuen Browser-Tab führt. Zuerst kommt ein Log-in für den Dienst mysqueezebox.com. Klicken Sie hier einfach auf „Überspringen“ rechts unten. Nun möchte das System wissen, wo es die Musik finden kann. Wählen Sie das Verzeichnis mit der Musik unterhalb von „/media/usb“, wo die externe Festplatte automatisch eingebunden wurde. Für die nächste Frage nach den Wiedergabelisten können Sie dasselbe Verzeichnis auswählen.

Wichtig: Falls Sie Musik nicht von einer USB-Festplatte, sondern per Netzwerkfreigabe abspielen möchten, müssen Sie diese Freigabe zuerst mit dem Menüpunkt „Dateisystem Mount“ der Max2Play-Oberfläche auf dem Raspberry verknüpfen und das für die Verbindung gewählte lokale Verzeichnis in der Squeezebox-Konfiguration als Musikquelle angeben.

Schritt 13: Musik abspielen

max2play-Squeezebox Server spielt ab

Über die Weboberfläche des Squeezebox-Servers legt man fest, welche Musik auf welchen Player gelangt.

Nun haben Sie die Bedienoberfläche des Squeezebox-Servers vor sich. Links suchen Sie aus, was gespielt werden soll. Möchten Sie eigene Musik abspielen, wählen Sie diese nun aus. Sie können aber zum Testen genauso gut einen der Internetsender unter „Radio“ verwenden. Rechts oben ist hinterlegt, welcher Raspberry gerade als Player verwendet wird. Standardmäßig ist das der Server-Raspberry.

 

Schritt 14: Multiroom-Audio aktivieren

max2play-Multiroom einstellenDurch die Wahl eines anderen Players in der Listbox rechts oben könnten Sie über diesen einen anderen Song oder eine andere Radiostation abspielen lassen. Um überall dieselbe Musik wiederzugeben, wählen Sie den Menüeintrag „Synchronisieren“. Im folgenden Dialog suchen Sie dann die Player-Stationen aus, die mit dem soeben konfigurierten Server einen Verbund bilden sollen. Um eine bestehende Gruppierung aufzulösen, verwenden Sie den Eintrag „Keine Synchronisation“.

Nun können Sie von einem PC oder Tablet aus über das Webinterface des Server-Raspberry Ihre Playlisten zusammenstellen und Ihre Lieblingssongs abspielen.

Glückwunsch! Sie können jetzt jeden Raum Ihres Heims zentral mit Musik versorgen

Wenn Sie in Ihr Multiroom-System weitere Räume einbinden wollen, stehen Ihnen verschiedene Bundles zur Verfügung. RASP M2P BDL 4 eignet sich, wenn Sie  Lautsprecher oder Verstärker mit S/PDIF-Eingang anschließen wollen, RASP M2P BDL 6 für den direkten Anschluss an Lautsprecher. Stöbern Sie doch einfach in unserem Shop.

 

Artikelbild: Fotolia, 121271063, archideaphoto
Fotos: reichelt

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3 Antworten zu “Multiroom-Audio: So bringt der Raspberry Ihre Lieblingssongs in jeden Raum”

  1. Thorsten R. sagt:

    Super ich denke ich werde das mal ausprobieren.
    Was schön wäre wenn man Titel per App Abspielen könnte z. B. 8 Tasten für 8 Titel

  2. Piet V sagt:

    Super Artikel, hatte um ehrlich zu sein bis eben nichts vom raspberry gehört, klingt aber super.
    Nutze gerade das Teufel system bin aber nicht unbedingt zufrieden.
    Wie sieht es beim Raspberry mit den Musik Streaming Diensten aus, welche sind dort kompatibel?
    Lg Piet

    • Reichelt Moderator sagt:

      Guten Tag,
      mit der Richtigen App auf dem Raspberry Pi kann man den Raspberry Pi auch als Internetradio nutzen und so alle weltweit zur Verfügung stehenden Streams empfangen. Genaueres bezüglich Streams und Installation sind auch in Raspberry Pi Foren wie z.B. http://www.forum-raspberrypi.de zu finden.

      Beste Grüße,
      Ihr reichelt-Team

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