KODI einrichten und verwalten – So einfach wird der Raspberry Pi zum Media Center!  

KODI einrichten und verwalten – So einfach wird der Raspberry Pi zum Media Center!

KODI, eine kostenlose Media-Center-Software, und der Raspberry Pi sind zusammen ein perfektes Team für ihre Mediensammlung. Denn mit KODI können Sie problemlos ihre Fotos, Musik, Serien und Filme in einem Media Center verwalten, abspielen und ordnen.

In diesem How-To zeigen wir Ihnen, wie Sie die Software auf dem Raspberry Pi installieren und welche Komponenten Sie benötigen. Abschließend erklären wir Ihnen, wie Sie KODI über die App steuern und auf Ihre Medien zugreifen können. Holen Sie schon einmal das Popcorn raus!

Das Projekt

Geeignet für: Anfänger

Zeitaufwand: ca. 30 Minuten

Budget: ca. 60 €

Das brauchen Sie: Raspberry Pi, SD-Karte, HDMI-Kabel, gängiges Smartphone, Bildschirm/Fernseher oder auch Beamer, Netzteil, Gehäuse, Kühlkörper

Kann erweitert werden mit: Fernbedienung

Das benötigen Sie außerdem: PC bzw. USB-Maus und -Tastatur zur Einrichtung

Vorbereitung – Wissenswertes zu den Komponenten

Um den Raspberry Pi zu Ihrem ganz persönlichen Media Center umfunktionieren zu können, sind einige Installations- und Einrichtungsschritte notwendig.

Der Raspberry Pi

Unser Ziel ist es, dass der Raspberry Pi auf Daten im Netzwerk zugreift. Deshalb ist eine Internetverbindung unerlässlich. Die Installation wird erleichtert, wenn der Raspberry Pi bereits WLAN-fähig ist. Deshalb sollten Sie im Idealfall auf ein Modell ab Version 3 zugreifen, in welchem diese Funktion bereits integriert ist.

Jedoch muss an dieser Stelle hinzugefügt werden, dass eine Verbindung per LAN-Kabel bei schlechter Signalstärke oder -Geschwindigkeit für das Abspielen von Filmen mit HD-Auflösung unter Umständen besser geeignet ist.

Netzteil

Beim Netzteil sollte darauf geachtet werden, dass es mindestens eine Leistung von fünf Volt liefert, bei mindestens zwei Ampere (2.000 mA). Grundsätzlich ist der Raspberry Pi zwar sehr sparsam, aber wenn man externe Hardware wie eine Maus, eine Tastatur oder eine USB-Festplatte anschließt, kommt ein Netzteil mit weniger Leistung schnell an seine Grenzen.

SD-Karte

Die SD-Karte sollte eine Lesegeschwindigkeit von mindestens 95 MB pro Sekunde haben, damit KODI reibungslos auf dem Raspberry Pi laufen kann.

Gehäuse & Kühlkörper

Damit der Raspberry Pi nicht verstaubt oder durch Unachtsamkeit beschädigt wird, empfiehlt sich ein Gehäuse. Ein schlichtes Kunststoffgehäuse ist nicht teuer und hat den Vorteil, dass es das WLAN-Signal nicht beeinträchtigt.
Da der RPi über längere Zeit laufen soll, empfehlen wir auch das Einbauen von Kühlkörpern. Diese sind schnell und einfach angeklebt und bieten effizienten Schutz vor Überhitzung.

So richten Sie KODI ein

Zunächst brauchen Sie eine SD Karte, um darauf KODI auf dem Raspberry Pi einrichten zu können. Sie finden die KODI-Software auf der Homepage des Herstellers zum kostenlosen Download und haben dabei die Wahl zwischen verschiedenen Distributionen. Wir können das weit verbreitete LibreELEC und OSMC aufgrund seiner einfachen Installation empfehlen.
Beschreiben Sie die SD-Karte mit dem gewünschten Betriebssystem (zum Beispiel mit dem Win32 Diskmanager oder einem Installer). Stecken Sie die SD-Karte in den Raspberry Pi und verbinden ihn danach mit Strom – schon startet die Inbetriebnahme von selbst.
Alternativ können Sie auch die Raspberry Pi 16 GB NOOBS microSD-Karte kaufen und beim ersten Starten LibreELEC auswählen.

Starten Sie die Installation und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Dazu eignet es sich natürlich, wenn Sie eine Maus und eine Tastatur an Ihren Raspberry Pi anschließen. Mit den Pfeiltasten der Tastatur kann man zwischen den Programmpunkten wechseln. Mit dem Cursor können die jeweiligen Unterpunkte der Rubriken angewählt werden. Bestätigt wird immer mit der Enter-Taste.

Die erste Installation von KODI erfolgt auf Englisch. Für die Installation der deutschen Version lädt KODI die Sprachpakete dann aus dem Internet. Wenn man „Region“ anwählt, kann man „Germany“ auswählen und bestätigen. Vergessen Sie auch nicht, die Tastatur auf das deutsche QWERTZ umzustellen.

KODI Installation geschafft – und jetzt?

Nachdem Sie KODI erfolgreich installiert haben, können Sie beginnen, Mediadaten in KODI zu importieren. KODI greift automatisch auf die angeschlossene Festplatte zu und ist in der Lage, Musik, Videos und Bilder anzuzeigen und in allen gängigen Formaten abzuspielen.

Nun können Sie die gewünschten Dateien in KODI hinzufügen – dazu klicken Sie einfach auf die gewünschten Dateien und wählen zum Beispiel „Bilder hinzufügen“ – KODI fordert Sie dann auf, einen Namen für die Medienquelle einzugeben – nachdem Sie das getan haben, können Sie den Schritt mit „fertig“ bestätigen.

Anschließend klicken Sie auf „Durchsuchen“ und wählen einen Ordner mit Bildern aus. Wenn Sie dann mit „OK“ bestätigen werden die Bilder in KODI importiert. Ganz genauso funktionieren diese Schritte dann auch mit Musik und Filmen.

Alternativ zum Netzwerkordner können die Dateien auch auf einem NAS (netzgebundender Speicher) abgelegt werden. Vorteil: Sie verbrauchen wenig Strom, bewältigen große Datenmengen auf einmal und lassen sich ohne hohen Aufwand installieren.

Die Verwaltung der Medien-Ordner

Wichtig: Bevor Sie die Medien importieren, sollten Sie auf jeden Fall sicherstellen, dass alle Dateien ordentlich nach Medientyp sortiert und einheitlich benannt wurden. Denn nur so können die Scraper von KODI (Suchprogramme, die im Internet nach Informationen wie DVD-Cover oder Fanart suchen) den Film oder das Lied erkennen, Informationen hinzufügen und die Medienbibliothek übersichtlich anzeigen.

Gängige Dateinamen und Ordnerstrukturen für die KODI-Medienbibliothek:

MedientypOrdnerstrukturDateinameBeispiel
FilmeEntweder alle Filme in einen Ordner oder: pro Ordner ein Film + Cover + Beschreibung + Fanart etc.exakter Titel – Untertitel [spezielle Version] (Jahreszahl).endungFilme ->The Grand Budapest Hotel (2014).mp4
SerienSerie -> (ggf. Staffel ->) Filmdateien (vorangestellt: Staffel- und Episodennummer)Je nach Nutzung eine persönliche Ordnung, sinnvoller Ausgangspunkt ist das JahrSerien -> Doctor Who -> S02E03 School Reunion.avi
MusikInterpret -> Album -> Musikdateien (nummeriert)01 Titel.endungMusik -> Oasis -> (What’s the Story) Morning Glory -> 04 Don’t look back in anger.mp3
BilderJe nach Nutzung eine persönliche Ordnung, sinnvoller Ausgangspunkt ist das JahrJahr -> Ereignis -> Nummerierung/ Name.endung2016 -> Island-Urlaub -> 001.jpg

KODI über die App steuern

Abschließend haben Sie aber nicht nur die Möglichkeit, KODI über Maus und Tastatur zu steuern – sondern auch über die APP Kore oder gegebenenfalls eine Fernbedienung. Die App gibt es sowohl für iOS als auch für Android zum kostenlosen Download.

Damit Kore aber funktioniert, muss die die Steuerung in KODI über HTTP aktiviert werden. Dafür wählt man im Systemmenü von KODI die Einstellung „Dienste – Webserver“ aus. Wenn sich jetzt das Smartphone oder Tablet im selben Netzwerk wie der Raspberry Pi befindet, dann sollte das Smartphone/Tablet in der Lage sein, alle laufenden KODI-Installationen im Netzwerk zu erkennen.

Wenn Kore also mit KODI verbunden ist, dann kann man auf die Steuerung mit Tastatur und Maus verzichten und das Smartphone wie eine Fernbedienung verwenden. In der Kore App ist es möglich, Text einzugeben, Medien zu durchsuchen, auszuwählen und direkt zu starten. Einer gemütlichen Bedienung von KODI vom Sofa aus steht also nichts mehr im Wege.

Auch die eigene Fernbedienung kann zur Steuerung von KODI genutzt werden – sofern das TV-Gerät CEC (Consumer Electronics Control) unterstützt und deshalb den Raspberry Pi automatisch erkennt.

 

Titelbild: fotolia/Leigh Prater

 

5 Antworten zu “KODI einrichten und verwalten – So einfach wird der Raspberry Pi zum Media Center!”

  1. […] KODI einrichten und verwalten – So einfach wird der Raspberry Pi zum Media Center! […]

  2. […] unserem letzten How-To haben wir Ihnen gezeigt, wie Sie Kodi auf dem Raspberry Pi einrichten und welche Möglichkeiten […]

  3. […] ostatnim przewodniku How-To pokazaliśmy jak skonfigurować Kodi z Raspberry Pi i wykorzystać je jako centralę […]

  4. SC sagt:

    toller Beitrag!

  5. […] eine fungiert als HD-Mediaplayer mit externer Festplatte für das heimische Kino oder als Internetradio mit Display. Der nächste […]

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