Eigene Cloud mit dem Raspberry Pi  

Eigene Cloud mit dem Raspberry Pi

NextCloud ist eine Open-Source-Software, die den Raspberry Pi zum Cloud-Server macht. Man kann sie für Fotogalerien, die Medienwiedergabe und Datensynchronisierung, für Kalender und viele weitere Optionen nutzen.

Es ist zudem möglich, Daten für bestimmte Teilnehmer freizugeben und zusammenzuarbeiten. In diesem How-To zeigen wir, wie man NextCloud auf dem Raspberry Pi installiert und welche Einstellungen man beachten sollte.

Das Projekt

Geeignet für: Einsteiger mit Vorkenntnissen

Zeitaufwand: 1 Stunde

Budget: ca. 50 Euro

Das brauchen Sie: Raspberry 3B+ oder Raspberry A+, Netzteil, Gehäuse, SD-Karte

Kann erweitert werden mit: einer externen Festplatte

Über die Hardware und Software

Für dieses Projekt eignen sich die Modelle Raspberry Pi 3B+ bzw. A+ am besten, denn sie verfügen über 1 GB Arbeitsspeicher und Gigabit Ethernet. Generell gilt bei einem Cloud-Server: Je mehr Arbeitsspeicher zur Verfügung steht, desto besser.

NextCloud sorgt für sicheres Hosting ohne Drittanbieter

NextCloud ist eine freie Software für das Filehosting auf einem eigenen Server. Man kann den Dienst auf einem privaten Server oder Webspace installieren. Das bedeutet: Man nutzt die Vorteile einer Cloud und behält dabei die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten. So muss man keine Bedenken mehr wegen Datenschutz-Fragen haben.

Dabei bietet NextCloud einige wertvolle Funktionen wie etwa Zwei-Faktor-Authentifizierung, Verwaltung verschiedener Nutzer oder Gruppen mit verschiedenen Rechten, Monitoring-Schnittstellen, Datenverschlüsselung und mehr.

Mit Plugins lassen sich Funktionalitäten modular hinzufügen, etwa Kollaborations-Optionen, Kalender, Fotogalerien, E-Mail-Programme, Projekt-Management-Tools oder die Auswertung von Geodaten.

NextCloud auf dem Raspberry Pi installieren

Die Installation von NextCloud auf dem Raspberry Pi bringt einige Herausforderungen mit sich, denn man muss eine komplette Lamp-Umgebung (Linux, Apache, My SQL, PHP) einrichten. Zudem muss man eine Verschlüsselung der Kommunikation über SSL-Zertifikate sicherstellen.

Eine einfache Lösung dafür bietet das NextCloudPi-Projekt. Das ist ein Image, das auf Raspbian 9 basiert und sowohl NextCloud enthält als auch die gesamte Umgebung dafür bereits vorinstalliert hat (Apache, die Datenbank MariaDB, PHP uvm.) Hier spart man sich einige aufwendige Arbeitsschritte.

Schritt 1: Das Image auf die SD-Karte übertragen

Das Image für NextCloudPi kann man auf der Seite von Own your Bits herunterladen.

Schritt 2: SHH aktivieren

SSH ist ein wichtiges Protokoll für die Sicherheit der Datenübertragung. Sie haben hier zwei Optionen:

Entweder Sie aktivieren bereits vor der Installation SSH. Dafür erstellen Sie eine Datei namens SSH auf einer SD-Karte. Sobald Ihr Server online ist, ist er potentiellen Angriffen ausgesetzt – auch schon während der Konfigurationsphase. Bei dieser Option ist also der Vorteil, dass Sie lückenlos von einer sicheren Datenübertragung profitieren.

Die zweite Option ist, dass Sie nach der Installation die SSH-Aktivierung einstellen (wird in Schritt 3 der Konfiguration beschrieben).

Schritt 3: Raspberry Pi starten

Danach wird der Raspberry Pi gestartet und in diesem Zug gebootet. Stecken Sie das fertige Image in den Raspberry Pi, verbinden Sie ihn mit Strom und Ethernet und starten Sie.

Hilfreiche Ressourcen

Unter diesen Links finden Sie hilfreiche Tipps zur Installation sowie Hilfe bei Problemen aller Art.

NextCloud konfigurieren

Der nächste Schritt ist die Konfiguration von NextCloud. Diese können Sie entweder über das Terminal User Interface (TUI) vornehmen oder über das Web User Interface (WebUI). Wir verwenden die erste Möglichkeit, denn sie ist am unmittelbarsten zu erreichen. Generell können aber alle Einstellungen mit beiden Interfaces vorgenommen werden.

Schritt 1: Zugriff auf das TUI

Verbinden Sie den Raspberry Pi mit einer Tastatur und einem HDMI-Monitor. Vorsicht: Hier gilt die englische Tastatur-Einstellung, x und y sind vertauscht.

Loggen Sie sich mit diesen Daten ein:

User: pi

Password: raspberry

Schritt 2: SSH aktivieren

Sollten Sie es noch nicht getan haben, ist nun die Möglichkeit, SSH zu aktivieren. Tippen Sie dazu: sudo raspi-config und aktivieren Sie SSH unter ‚Interfacing Options‘.

Schritt 3: Passwörter ändern

Löschen Sie nicht den NCP-User, denn dieser ist für wichtige Operationen und Freigaben im Hintergrund erforderlich. Ändern Sie aber unbedingt das Passwort.

Schritt 4: weitere Einstellungen vornehmen

Nun können Sie sämtliche weitere Einstellungen vornehmen, die Sie für Ihre Zwecke benötigen. Wir raten Ihnen, sich zuerst auf wichtige Sicherheitseinstellungen zu konzentrieren. Diese beinhalten:

  • fail2ban
  • letsencrypt
  • modsecurity
  • nc-autupdate-ncp

Eine vollständige Liste finden Sie unter diesem Link: Konfigurations-Referenzen

Viel Spaß bei diesem Projekt!

 

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