Alles im Blick: So wird der Raspberry zur Überwachungskamera  

Alles im Blick: So wird der Raspberry zur Überwachungskamera

Durch ein aufsteckbares Kamera-Modul wird der Raspberry zur Überwachungskamera. Wir erklären, wie es funktioniert und was Sie benötigen dazu.

Sie können dann Ihr Heim von der Ferne aus per Webcam-Technik im Blick behalten und dank Bewegungserkennung alles aufzeichnen lassen, dass sich vor der Kameralinse bewegt.

Geeignet für: Einsteiger
Zeitaufwand: circa 1 Stunde
Budget: circa 100 Euro
Das brauchen Sie: 1 x Raspberry Pi 3, 1 x Netzteil, 1 x Gehäuse mir Kamera-Aufsatz, 1 x Kamera, 1 x Max2Play-Software auf SD-Karte
Kann erweitert werden mit: alternative IR-Kamera für bessere Nachtsicht
Benötigt wird: Internetanschluss, Computer mit Browser

Schritt 1: Hardware zusammensetzen

RaspberryPi-Cam_FlachbandklabelDie Kamera ist recht empfindlich gegen Elektrostatik. Entladen Sie darum durch Kontakt mit einem geerdeten Gegenstand wie einem Heizungsrohr Ihren Körper und berühren Sie das Modul nicht an den Leiterbahnen. Das Kameramodul verbinden Sie am besten mit dem Raspberry, wenn seine Platine noch nicht im Gehäuse steckt. Um die Verbindung vorzubereiten, ziehen Sie vorsichtig den weißen Plastikbügel am mit „Camera“ beschrifteten Anschluss nach oben. Setzen Sie das Ende des Flachbandkabels in den Anschluss. Dabei muss die Seite mit der sichtbaren Leiterbahn zum HDMI-Stecker des Raspberry zeigen. Stecken Sie das Flachbandkabel hinein, bis Sie einen leichten Widerstand spüren, und drücken Sie dann mit der anderen Hand den Bügel nach unten, um das Kabel zu arretieren. Ist dieser fummelige Teil geschafft, stecken Sie die Max2Play-Karte in den SD-Slot, anschließend den Raspberry in das Gehäuse und die Kamera in ihr eigenes Case. Damit sind die Hardware-Arbeiten für die Raspberry-Überwachungskamera fertig.

Schritt 2: Für Netzwerkverbindung sorgen

RaspberryPi-Cam_WLAN-Taste am RouterWenn Sie mit fester LAN-Verkabelung arbeiten möchten, schließen Sie ein LAN-Kabel an der Ethernet Buchse des Raspberry an. Für WLAN aktivieren Sie bei Ihrem Router WPS. Bei einer Fritzbox drücken und halten Sie dazu die Taste „WLAN“, bis die LED zu blinken beginnt, oder starten den WPS-Modus über die Router-Oberfläche.

 

Achtung: Nach dem Aktivieren von WPS haben Sie nur wenige Minuten Zeit, dann schaltet sich der Modus von allein wieder aus. Bereiten Sie also alles so vor, dass nicht zu viel Zeit zwischen Aktivierung und Einschalten vergeht.

Schritt 3: Raspberry Pi einschalten

Verbinden Sie die Stromversorgung mit der vorgesehenen Buchse. Ihr Mini-Computer sollte mit einer dauerhaft leuchtenden roten LED zeigen, dass er eingeschaltet ist. Die grüne LED blinkt ebenfalls, weil beim Starten viele Lesezugriffe auf die Speicherkarte erfolgen. Im WLAN-Betrieb klinkt sich der Raspberry während des Hochfahrens dank WPS automatisch ins Netzwerk ein.

Schritt 4: Weboberfläche aufrufen

RaspberryPi-Cam_Grundeinstellungen Max2PlayRund eine Minute nach dem Einschalten können Sie auf Ihrem PC oder Tablet per Browser auf dieMax2Play-Oberfläche zugreifen, geben Sie dazu über die Adresse „http://max2play“ in die Adresszeile ein. Gehen Sie nun zum Punkt „Einstellungen / Reboot“ und geben Sie im Feld „Playername“ einen Namen wie „Kamera“ ein, der das Gerät am besten bezeichnet. Im Feld darunter tippen Sie die Kennung der Max2Play-Premiumlizenz für dieses Gerät ein. Überprüfen Sie die Korrektheit der Einstellungen bei „Sprache/Zeitzone“ und klicken Sie auf den Knopf „Einstellungen speichern“.

Schritt 5: Lizenzaktivierung prüfen und neu starten

Nun erhalten Sie in einer gelben Box einige Meldungen bezüglich der vorgenommenen Veränderungen. Das Feld für die Aktivierung sollte von Rot auf Grün gewechselt sein. Verwenden Sie den Knopf „Neustart“ in der Rubrik darunter, damit die Namensänderung greift. Nach dem Reboot sollte sich die Raspberry-Überwachungskamera mit dem vergebenen Namen ansprechen lassen, also etwa mit „http://kamera“.

Schritt 6: Kamera-Modul vorbereiten

Gehen Sie im Menü „Einstellungen / Reboot“ ganz nach unten und klicken auf den großen blauen Knopf „Alle Erweiterungen als Downloadlink…“. Nun erhalten Sie in einem neuen Browser-Tab eine Liste aller Plug-ins für Max2Play. Klicken Sie hier auf „Raspberry Pi Camera“, um zur Detailseite dieses Moduls zu kommen. Dort kopieren Sie die Adresse des Links „Download“ aus der rechten Spalte per Rechtsklick in die Zwischenablage. Zurück im Einstellungs-Tab von Max2Play fügen Sie diese Adresse ins Feld „Http-Downloadlink eingeben“ ein und lassen das Plug-in über den Knopf daneben laden.

Schritt 7: Kamerasoftware installieren

Klicken Sie auf die neu hinzugekommene Menüoption „RPi Camera“. Dort finden Sie die Meldung, dass die Software noch nicht installiert wurde. Holen Sie das durch die Auswahl von „Starte Installation von RPi Cam“ nach. Warten Sie, bis die Installationsmeldungen in der gelben Box abgeschlossen sind, und starten Ihren Raspberry Pi neu, sobald Sie dazu aufgefordert werden.

Schritt 8: Oberfläche der Raspberry-Überwachungskamera verwenden

RaspberryPi-Cam_Howto Camera - HauptbildschirmNach erfolgreicher Installation starten Sie im Menü „RPi Camera“ die Kamera-Anwendung und klicken für die Verwaltung der Kamerafunktionen auf den Knopf „Öffne Kamera Weboberfläche“. Hat alles geklappt, sehen Sie nun das Live-Bild der Kamera und einige Bedienelemente. Erscheint stattdessen eine Fehlermeldung, liegt das eventuell an einer schlechten Verbindung des Flachbandkabels. Fahren Sie dann den Raspberry herunter, entfernen Sie die Stromversorgung und das Kabel und stecken Sie anschließend das Kabel erneut ein.

Schritt 9: Bewegungserkennung aktivieren

Mit den ersten drei Knöpfen der Benutzer-Oberfläche für Ihre Raspberry-Überwachungskamera können Sie Videos aufnehmen, Fotos schießen und eine Zeitraffer-Aufnahme starten. Die dabei erzeugten Mediendateien finden Sie dann in der Ansicht, die sich hinter dem Knopf „Download Videos and Images“ verbirgt. Spannend für die Überwachung ist die Bewegungserkennung, die Sie mittels „motion detection start“ in Gang setzen. Ein kurzes helles Flackern des Bildes und eine geänderte Beschriftung des Knopfes zu „Motion detection stop“ zeigen, dass die Software „scharf“ geschaltet ist und die Raspberry-Überwachungskamera Ihren Dienst tut.

Schritt 10: Die Aufzeichnungen ansehen und laden

Um später zu sehen, was Ihre Raspberry-Überwachungskamera alles erkannt hat, gehen Sie auf den Download-Knopf und finden hier nummerierte Thumbnails aller aufgenommenen Videos mit einem Zeitstempel. Klicken Sie auf ein Thumbnail, spielt die Software das Video in einem neuen Browser-Tab ab. Möchten Sie Videos auf Ihren Computer überspielen, markieren Sie die entsprechenden Clips zuerst über ihre Checkbox oder wählen „Select All“ für alle Videos. Dann wählen Sie „Get Zip“ und der Download startet. Wenn Sie im Anschluss die ZIP-Datei öffnen, finden Sie darin alle ausgewählten Videos und können Sie an einen beliebigen Ort extrahieren.

Schritt 11: Verwendung als automatische Sicherheitskamera

RaspberryPi-Cam_Vollautomatik gewähltFür den Alltagsbetrieb ist eine vollständig automatische Arbeitsweise notwendig. Dazu wechseln Sie zur Max2Play-Oberfläche mit den Einstellungen für das Kamera-Modul und markieren die Checkboxen „Autostart Kamera“ und „Autostart Kamera Bewegungssensor“. Sie müssen dann nur dafür sorgen, dass die Videos regelmäßig gesichtet und gelöscht werden, sonst läuft irgendwann die SD-Karte mit den Daten der Überwachungskamera voll und es kann nicht weiter aufgezeichnet werden.

Schritt 12: Einstellungen zur Bewegungserkennung optimieren

Die Grundeinstellungen zur Bewegungserkennung finden Sie unter „Motion Settings“. Die sind normalerweise auch so in Ordnung. Es gibt aber ein paar „Schräubchen“, an denen Sie drehen können. Ein Ärgernis sind zum Beispiel Fehlalarme, wenn schon kleinste harmlose Bewegungen wie Zweige im Wind die Videoaufzeichnung der Raspberry-Überwachungskamera auslösen. Nervt Sie das, dann stellen Sie den Wert bei „Threshold“ höher ein. Zum anderen möchten Sie vielleicht den automatischen Nachlauf ändern, also die Anzahl von Frames, die nach der erkannten Bewegung noch aufgezeichnet wird. Ist Ihnen die Vorgabe von 150 Frames zu hoch, wählen Sie einfach einen geringeren Wert und sparen so Speicherplatz.

Glückwunsch! Sie haben Ihr Zuhause jetzt ein Stück sicherer gemacht

Nun können Sie Ihr System um weitere Kameras erweitern. Wenn Sie beispielsweise auch bei Dunkelheit gute Bilder aufzeichnen wollen, können Sie Max2Play auch mit einer IR-Kamera ausrüsten. Weitere Alternativen finden Sie in unserem Shop.

 

Artikelfoto: Hersteller
Beitragsbilder: Reichelt

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