Adblocker für das gesamte Netzwerk dank Raspberry Pi  

Adblocker für das gesamte Netzwerk dank Raspberry Pi

Ob Smartphone Tablet oder PC, mit dem Alleskönner Raspberry Pi blockieren Sie jegliche Werbung ganz einfach bereits auf Router-Level – ein kleines Open-Source-Programm namens pi-Hole macht es möglich. Wir zeigen Ihnen in diesem „How-To“, was es beim Einrichten des RPi alles zu beachten gibt, um Ihr Netzwerk endlich werbefrei zu bekommen.

Das Projekt

Geeignet für: Einsteiger mit Grundkenntnissen, Fortgeschrittene

Zeitaufwand: circa 1-2 Stunden

Budget: circa 60 Euro

Das brauchen Sie: 1x Raspberry Pi3 Set, Netzwerkkabel optional

Kann erweitert werden mit: NAS- und VPN-Funktionen

Das benötigen Sie außerdem: Bildschirm, PC-Tastatur, Internetanschluss

Vorteile zu herkömmlichen Lösungen

Bevor wir mit dem eigentlichen „How To“ beginnen, möchten wir Ihnen kurz aufzeigen, welche Vorteile ein Adblocker auf Netzwerk-Level gegenüber dem herkömmlichen Adblocker im Browser bietet. Der größte Vorteil besteht darin, dass die Werbung gar nicht erst auf Ihre Endgeräte gelangt. Dadurch sinkt das Datenvolumen, Ihr Endgerät verbraucht weniger Ressourcen und die Wahrscheinlichkeit eines Malware-Befalls durch schadhafte Werbung sinkt.

Weiterhin bietet pi-Hole die Möglichkeit eines Call-to-Home VPNs, womit Sie immer und überall werbefrei auf all Ihren mobilen Geräten sein können.

Zusätzlich haben Sie über das Web Interface Zugriff auf aufschlussreiche Statistiken zu allen Anfragen der im Netzwerk befindlichen Geräte sowie der allgemeinen Netzwerk-Performance. Sollten Sie weiter ins Thema eintauchen wollen, bietet Ihnen eine API die Möglichkeit, eigene Scripting Projekte mit pi-Hole zu realisieren.

Erstellen einer bootfähigen MicroSD-Karte

Abhängig davon, welche weiteren Projekte Sie mit dem RPi geplant haben, müssen Sie sich zunächst für eine der folgenden unterstützten Linux-Distributionen entscheiden: Debian, Ubuntu, Fedora, CentOs oder Raspbian. Sollte dies Ihr erstes Projekt sein, empfehlen wir Ihnen Raspbian, welches das offiziell unterstützte Betriebssystem ist. Sie finden das Image auf der Raspberry Pi Website unter Downloads. Hier stehen zwei Versionen zum Download: Raspbian mit und ohne Desktop.

Sollten Sie bereits ein fortgeschrittener Nutzer sein und Erfahrung mit Linux haben, können Sie auf ein grafisches User-Interface verzichten, was Ihr Setup im Allgemeinen schlanker macht. Für Einsteiger empfehlen wir, für die erste Installation das Raspbian Image mit Desktop herunterzuladen. Schreiben Sie anschließend das Image mit einem Image Writer auf Ihre MicroSD-Karte.

Den Raspberry Pi booten und konfigurieren

Nun können Sie die MicroSD-Karte in den RPi stecken, alle nötigen Geräte verbinden und den RPi zum ersten Mal booten. Abhängig von der von Ihnen gewählten Distribution werden Sie nach einem Username und Passwort gefragt. Für Raspbian ist dies pi/raspberry. Sollte es beim ersten Versuch nicht funktionieren, versuchen Sie als Passwort raspberrz (QWERTZ vs. QWERTY Tastaturlayout).

Als nächstes stellen Sie eine Internetverbindung her. Am einfachsten ist es, den RPi über ein Netzwerkkabel mit Ihrem Router zu verbinden. Um nun die Installation von pi-Hole zu starten, geben Sie in die Konsole folgenden Befehl ein:

curl -SSL https://install.pi-hole.net | bash

Dieser Befehl lädt pi-Hole herunter und startet einen Wizard, welcher Sie durch die Installation führt. Da pi-Hole als DNS-Server agiert, ist es wichtig, dass er für Geräte im Netzwerk stets unter derselben IP-Adresse erreichbar ist. Daher werden Sie während des Setups gefragt, dem RPi eine statische IP-Adresse zuzuordnen. Diese können Sie in den Einstellungen Ihres Routers verwalten und Geräten zuordnen.

Weiterhin werden Sie gefragt, einen Upstream-DNS-Server zu wählen. Sollten Sie nicht sicher sein welche Option die richtige für Sie ist, finden Sie im Wiki des github repositories von pi-Hole alle zur Entscheidungsfindung relevanten Informationen.

In der weiteren Installation empfehlen wir Ihnen, das Web Admin Interface sowie das Logging zu aktivieren. Vergessen Sie nicht, beim Abschluss der Installation das Passwort zu notieren, mit welchem Sie Zugriff auf das Web Interface erhalten.

Um zu überprüfen, ob die Installation erfolgreich war, geben Sie in der Konsole pihole status ein oder rufen Sie das Web Interface auf.

 

Einrichten Ihrer Endgeräte

Der wichtigste Schritt ist nun, in der Konfiguration Ihres Routers den DNS-Server zu bestimmen. Die exakte Umsetzung dieses Schrittes variiert abhängig von Ihrem Router und Ihrem Internetprovider. Lesen Sie hierzu bitte im Zweifel im Handbuch Ihres Routers nach.

Einige Internetprovider unterbinden es, eigene DNS-Server zu wählen. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, bleibt Ihnen die Möglichkeit, auf Ihren Endgeräten den RPi als DNS-Server zu spezifizieren. Dies ist für jegliche PC- als auch Smartphone-Betriebssysteme möglich. Sie haben nun erfolgreich pi-Hole eingerichtet und können im Web Interface überprüfen, welche Clients sich verbunden haben.

Whitelisting

Möchten Sie Ihre Lieblingsseiten unterstützen und daher ein Blockieren der Werbung auf diesen Seiten vermeiden, haben Sie im Web Interface die Möglichkeit, einzelne Seiten einer Whitelist hinzuzufügen. Ebenso existiert auch eine Blacklist, welche nicht nur die Werbung, sondern den gesamten Zugriff auf bestimmte Seiten verhindert. Neben diesen beiden Listen bietet das Web Interface eine große Auswahl an Einstellmöglichkeiten, um pi-Hole Ihren Bedürfnissen anzupassen.

 

 

Titelbild: fotolia/pinonepantone


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Eine Antwort zu “Adblocker für das gesamte Netzwerk dank Raspberry Pi”

  1. Michael sagt:

    Bei ABP (und vermutlich allen anderen Browser-Addon-Werbeblockern) wird die Reklame ebenfalls nicht mitgeladen. Dort sind Listen zu Suchwörtern und Adress-Quellen vorhanden, die, wenn die Seite geladen wird, gar nicht mitgeladen werden. Somit fällt ebenfalls kein Datenvolumen für die Reklame an. Zusatzvorteil: Mit der Analyse-Funktion [STRG+UMSCHALT+V] oder je nach Version die Kombi mit U, kann man sich genau angucken was alles blockiert wurde und im Fall, dass zu viel oder zu wenig blockiert wurde, händisch nachhelfen. Jeder Nutzer kann dabei natürlich seine eigenen Einstellungen machen. Also z. B. Facebook komplett blocken oder durchlassen. Und erst recht für Laptops und andere mobile Geräte ist es empfehlenswert den Werbeblocker lokal laufen zu haben. Denn sonst würde die Reklame auftauchen, sobald man das Haus verlässt.

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