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Satellitenfernsehen

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Satellitenfernsehen ist in Europa flächendeckend zu empfangen. Dafür stehen viele Satelliten zur Verfügung.


Sat-Spiegel

Verschiedene Satelliten

Fernsehsatelliten sind in einer geostationären Umlaufbahn, ca. 36.000 km von der Erde entfernt. Die meisten Satelliteschüsseln sind in Deutschland auf Astra und Hotbird (Eutelsat) ausgerichtet. Auf den Seiten der Betreiber kann eingesehen werden, welcher Satellit an welchem Standort empfangen werden kann.


Analog oder digital

Die Informationen werden vom Satelliten analog und/oder digital ausgestrahlt. Der aktuelle Standard ist die digitale Übertragung via DVB-S.

Die analoge Übertragung wurde zum 30.04.2012 eingestellt. Nach der Einstellung wird das digitale Angebot um die frei werdenden Frequenzen erweitert. Wahrscheinlich wird das HD-Angebot auf diesen Bereich verschoben und erweitert.

Hier geht's zum Leitfaden "Umrüstung auf digitalen Empfang".


Grundsätzlicher Anlagen-Aufbau

Für den Empfang von Astra und Hotbird ist innerhalb Deutschlands ein Sat-Spiegel mit ca. 65-85 cm Durchmesser ausreichend. Hier gilt der Grundsatz: Je größer die Spiegelfläche ist, desto höher ist die Empfangsstärke. Bei kleineren Spiegeln, z.B. für den mobilen Sat-Empfang, kommt es bei schlechtem Wetter, wie starker Regen oder Schneefall, eher zu Ausfällen.

Der eigentliche Empfänger, der LNB, sitzt an einem Arm im Fokus der Satellitenschüssel. Je nach LNB-Art können hier die Sat-Receiver (Empfangsboxen) direkt oder für eine weitere Verteilung an einem Multischalter angeschlossen werden.


Beispiel: Satellitenschüssel mit Single-LNB

Single-LNB01.jpg

Wichtiger Hinweis:


Eine Satellitenanlage gehört zu den sogenannten "Elektrischen Anlagen" und darf nur von geeignetem Fachpersonal errichtet werden. Weiteres zu diesem Thema ist in der VDE 0855 geregelt.


Ausrichten der Sat-Schüssel

Mit einem Kompass kann die grobe Richtung ermittelt werden. Die benötigten Winkelangaben sind von dem eigenen Standort abhängig und ebenfalls z.B. bei Astra auf der Homepage über ein Tool ermittelbar. Satelliten-Finder sind kleine nützliche Helfer, die außer der Signalstärke (Modellabhängig) auch ein akustisches Signal ausgeben. Die exakte Ausrichtung ist hier sehr wichtig um auch bei schlechten Witterungsbedingungen noch ein sauberes Bild zu erhalten.


SAT-Finder (analog)

Der SAT-Finder ist ein nützliches Messinstrument zum Ausrichten von einem SAT-Spiegel auf einen Satelliten. Dazu wird der Ausgang des LNBs mit dem LNB-Eingang des SAT-Finders über ein F-Anschlusskabel verbunden. Der Ausgang des SAT-Finders wird ebenfalls mit einem F-Anschlusskabel mit dem Receiver verbunden. Sind alle Kabel korrekt angeschlossen, wird der Receiver eingeschaltet und somit der SAT-Finder mit Strom versorgt.

Durch vorsichtiges Drehen des SAT-Spiegels im Höhen- und Seitenwinkel wird grob ausgerichtet, bis der Zeiger des Messinstruments auf ungefähre Mittelstellung steht. Bei einigen Geräten ertönt ein Summton oder eine LED-Anzeige leuchtet rot auf.

Dieser Vorgang wird wiederholt und dabei der Empfindlichkeitsknopf nachgeregelt, bis das Messinstrument den maximalen Ausschlag nach rechts anzeigt. Der SAT-Spiegel ist nun auf den Satelliten ausgerichtet und kann mit Hilfe der Einstellschrauben fest fixiert werden. Die Kabel werden von dem SAT-Finder getrennt und anschließend wird der Receiver mit dem LNB verbunden.


Erdung / Blitzschutz

Unwetter und damit die Gefahr eines Blitzeinschlages steigen stetig an. Etwa 1/3 der Elektronikschäden sind Überspannungsschäden (lt. Studie von Versicherungsunternehmen). Blitzeinschläge, direkt oder in unmittelbarer Umgebung, können große Schäden verursachen. Eine gute Erdung ist daher nicht nur vorgeschrieben, sondern kann die komplette Satellitenanlage auch gegen Blitzschlag und/oder Überspannung schützen.


Erdung von Sat-Anlagen

Wird die Sat-Schüssel direkt auf dem Dach oder an der Hauswand montiert, muss diese auch geerdet werden. Dazu wird z.B. ein massiver Kupferleiter mit mindestens 16 mm² mit einem Erder verbunden. Die Anschlussleitungen müssen (da leitfähige Abschirmung) ebenfalls über einen Potentialausgleichsleiter mit dem Antennenmast / Erder verbunden werden. Der Mindestquerschnitt für Kupferleitungen beträgt hier 4 mm².


Äußerer Blitzschutz

Ist eine bauliche Blitzschutzanlage vorhanden, muss die Antennenanlage mit dieser Verbunden werden, da diese allein nicht als Blitzschutz anzusehen ist.


Innerer Blitzschutz

Für Funkenbildung und Potenzialdifferenzen im Innenbereich wird ein interner Blitz-/Überspannungsschutz eingesetzt.


Monoblock

In einem Monoblock sind 2 LNB in einem Gehäuse vereint. Beide LNBs sind über einen DiSEqC-Schalter miteinander verbunden. Dieser ist in der Regel für die Nutzung von Astra (19,2°) und Hotbird (13°) ausgelegt. Da Hotbird der schwächere Satellit von beiden ist, wird die Schüssel auf Hotbird ausgerichtet. Auf dem LNB-Arm wird der Empfangskopf für Hotbird montiert und anschließend die Schüssel feinjustiert. Der Kopf für Astra ist durch den fest vorgegebenen Winkel ebenfalls ausgerichtet.


Programme

Welche Programme und Zusatzleistungen empfangen werden können, hängt von dem Satellitenbetreiber und dem anvisierten Satelliten ab. Programm- und Senderlisten können bei dem jeweiligen Anbieter eingesehen werden.


Hochauflösendes Fernsehen mit HD+

HD+ wird über Astra ausgestrahlt und steht für hochauflösendes Fernsehen in HD. HD+ ist eine kostenpflichtige Zusatzleistung. Für den Empfang ist eine HD+-Karte und ein CI-Modul erforderlich. Die beteiligten Sender und Kompatibilitätslisten von Receiver und Fernseher sind auf der HD+-Seite erhältlich.


Umrüstleitfaden

Ob die vorhandene Anlage analog oder digital empfängt und ob man von einer Umstellung wegen der Abschaltung der analogen Übertragung der Astra-Satelliten betroffen ist, kann auf der Videotextseite 198 der Sender "Das Erste", "ZDF" und einige dritte Anbieter überprüft werden.

Um die Empfangsbereitschaft für digitale Transponder herzustellen, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Kann das LNB digitale Signale empfangen?
- Seit ca. dem Jahr 2000 wurden nur noch Universal-LNB vertrieben. Diese können sowohl analoge als auch digitale Signale verarbeiten.
  • Kann der Multischalter digitale Signale verarbeiten?
  • Ist der SAT-Receiver für den digitalen Empfang geeignet?
  • Sind die bereits verlegten Kabel geeignet, um Signale im Bereich von 2 GHz mit einer geringen Dämpfung durchzulassen?
- Möglicherweise haben die alten Kabel in dem genannten Bereich eine so hohe Dämpfung, dass das Signal am Ende nur noch sehr schwach ankommt.
  • Sind die bereits eingebauten Antennendosen digitaltauglich?
  • Sind SAT-Verteiler verbaut worden?
- In der digitalen SAT-Technik ist es ohne Multischalter nicht mehr möglich das SAT-Signal, bedingt durch die Umschaltung von horizontal und vertikal, zu verteilen.


Hinweis:

In dem Thema Planung von Satellitenanlagen werden einige Möglichkeiten vorgestellt und beschrieben.


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