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Fädelstift

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Fädelstift
Fädeldraht

Mit dem Fädelstift können eigene Vorstellungen einer elektronischen Schaltung oder die Schaltungsvorlage auf schnellstem Weg in z.B. einen Prototyp umsetzen und testen, ohne den Weg über die Layoutentwicklung zu gehen. Der Umgang mit dem Fädelstift ist zuerst gewöhnungsbedürftig, da der Kupferlackdraht lose in dem Fädelstift eingelegt ist. So kann es geschehen, dass sich nach dem Anlöten durch eine unbedachte Bewegung der Hand mehr Draht von der Rolle abwickelt als gewünscht. Es wurde daher im Fädelstift ein 'Schlitten' eingebaut. Durch leichten Druck auf den 'Schlitten' wird dieser nach vorn geschoben und der Kupferlackdraht so 'fixiert'. Ist der Kupferlackdraht am Bauteil angelötet, wird dieser bis zum nächsten Bauteil abgerollt, dort verlötet und ggf. noch weiter zum nächsten Bauteil verlegt.


Fädelkamm

Fädelkamm

Mit Hilfe des so genannten Fädelkammes können die Leitungen umgelenkt werden, ohne dass diese mit einem Lötpunkt auf der Platine fixiert werden müssen. Sind alle Bauteile miteinander verbunden wird der Kupferlackdraht mittels Seitenschneider oder Schere abgetrennt. Als praktisch hat es sich erwiesen, den Kupferlackdraht vor dem Verlöten an der Spitze kurz zu verzinnen, das Verlöten wird dadurch erleichtert. Hat man sich geirrt, besteht die Möglichkeit ohne großen Aufwand den Kupferlackdraht wieder zu lösen und bei ausreichender Länge neu zu verlegen. Nutzt man zum Prototypaufbau Lochrasterplatinen, so kann man den Kupferlackdraht wie Silberdraht verlegen, ohne dabei Pinzetten oder ähnliche Hilfsmittel nutzen zu müssen.


Nachteil

Als kleiner Nachteil des Fädelstiftes stellte sich heraus, dass das Material nicht allzu hitzebeständig ist. Es ist darauf zu achten, dass zum Verzinnen genug (1-2 cm) Kupferlackdraht zur Verfügung steht. Sonst kann es passieren dass sich der Kupferlackdraht und das Plastik des Fädelstiftes zu einer Einheit verbinden. In diesem Fall muss man dann mit etwas Geschick die verklebte Spitze mit einem scharfen Messer kürzen, bzw. die Öffnung freilegen damit der Kupferlackdraht wieder bewegt werden kann. Das Einfädeln des Kupferlackdrahtes benötigt etwas Übung, da keine automatische Einfädelung vorhanden ist. Somit sind wie beim Einfädeln des Garnes in die Nähnadel Geduld und eine ruhige Hand gefragt. Sollte sich der Kupferlackdraht beim Einfädeln verhaken, verdrehen oder ähnliches, ist der Vorgang abzubrechen, der Kupferlackdraht herauszunehmen, zu strecken und der Einfädelvorgang ist wieder von vorne zu beginnen.


Vorteil

Ein Vorteil ist die Schnelligkeit, mit der ein Plan in die Tat umgesetzt werden kann. Es braucht nur ein Schaltplan erstellt zu werden, dass Layout und das Platinenätzen entfallen. Wobei das Layout ggf. als Bauanleitung für etwas mehr Durchblick beim Aufbau der Schaltung sorgt. Auch die Isolation aus Lack ist ein Vorteil des Kupferlackdrahtes, da die Leitungen auch übereinander verlegt werden können. Unter normalen Umständen wird dabei kein Kurzschluss erzeugt.


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