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AGP

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AGP (Accelerated Graphics Port) ist eine Schnittstelle, die zur visuellen Ausgabe von Daten dient. An dieser wird der Bildschirm angeschlossen. Aufgrund des hohen Datenaufkommens zwischen Prozessor und Grafikkarte, werden die Grafikkarten mit einem eigenen Prozessor ausgestattet, der speziell auf die Berechnung von grafischen Objekten ausgelegt ist. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Accelerator- oder Beschleuniger-Karte, die den Prozessor mit parallel laufenden Rechenoperationen entlasten soll. Seit dem die ersten Computer entwickelt wurden, haben sich die Grafikkarten zu einer eigenen Komponente entwickelt, die maßgeblich die Systemleistung und Eigenschaften eines Computers bestimmen.

MSI NX6200AX-TD512H 01.jpg

Einsatzmöglichkeiten

Neben der AGP-Grafikkarte als Erweiterungskarte, gibt es auch Onboard-Varianten. Diese sind entweder als separater Chip auf dem Motherboard oder in dem Chipsatz integriert. Beide Onboard-Varianten haben den Nachteil, dass sie nicht besonders Leistungsfähig sind. Als Grafikspeicher wird hierbei ein Teil des Arbeitsspeichers abgezogen. Einfache Büro- und Internet-Anwendungen kommen auch mit einer günstigen Grafikkarte oder Onboard-Lösung aus. Bildbearbeitung, Videoschnitt, sowie Actionspiele, erfordern oftmals eine leistungsfähige Grafikkarte, um eine fließende Arbeit zu gewährleisten. Relativ neu sind Prozessoren, bei denen ein Grafikprozessor integriert ist. Da die sogenannten Integrated Graphics Processor, auch IGP genannte, sehr wenig Strom verbrauchen, werden sie sehr häufig in Notebooks eingebaut.


Funktion

Die heutigen Grafikkarten sind nicht mehr an eine Auflösung gebunden. Die Größe der Auflösung, die Anzahl der Farben und die 3D-Leistung sind fast nur von der Größe des Bildspeichers der Grafikkarte abhängig. Der AGP-Port ist ein spezielles Interface, welches für die Kopplung von Prozessor, Hauptspeicher und der Grafikkarte verwendet wird. Merkmal des AGP-Ports ist ein schneller Datenaustausch zwischen AGP-Port und Hauptspeicher. Der AGP-Port hat eine Busbreite von 32 Bit, einen Bustakt von 66 MHz und somit eine Bandbreite von 266 MByte/s. Im 2x-Modus (Nutzung beider Flanken des Taktsignals) werden 533 MByte/s erreicht. Im 4x-Modus und 8x-Modus wurden die Übertragungsraten nochmals gesteigert. So wie die Bezeichnung, hat sich auch die Übertragungsrate jedes Mal verdoppelt.


AGP-Modi

Folgende AGP-Port Modi wurden entwickelt:

AGP-Modus

Modus
Bus-Takt
Signalspannung
max. Transferrate
Bemerkung
X1 66MHz 3,3 Volt 266 MByte/s Übertragung nur bei steigenden Signalflanken
X2 66MHz 1,5 / 3,3 Volt 532 MByte/s Übertragung bei steigenden und fallenden Signalflanken
X4 66MHz 1,5 Volt 1,06 GByte/s Übertragung von 4 Datenwörter pro Takt
X8 66MHz 0,8 Volt 2,1 GByte/s Übertragung von 8 Datenwörter pro Takt


AGP-Sockel

Folgende AGP-Sockel wurden entwickelt:

AGP Sockel


Alternative

Da die Leistungsfähigkeit des AGP-Ports bei der Vielzahl der heutigen Anwendungen (Spiele, Grafikprogramme, etc.) nicht mehr ausreichend ist, wurde als Nachfolger die PCI-Express-Schnittstelle entwickelt.


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